Arthrose Definition: Degenerative Gelenkerkrankung.
Zum verbesserten Verständnis der Entstehung und der Bedeutung von Gelenkarthrosen hier
erst einmal einige allgemeine Informationen zu den Aufgaben eines Gelenkes:
1. Bewegung (ein Flüssigkeitsfilm, der von der inneren Gelenkschleimhaut gebildet
wird, schützt das Gelenk bei Bewegung)
2. Stoßdämpfer (ein glatter und elastischer Überzug, der sogenannte Gelenkknorpel
wirkt als Stoßdämpfer)
3. Halt (Gelenke haben wichtige Band- und Kapselstrukturen, die bestimmte Bewegungen
zulassen und bestimmte verhindern)
Gelenke bestehen aus mehreren Teilen von Knochenstrukturen. Sie alle können in
unterschiedlichem Maße betroffen sein, wenn ein Gelenk an Arthrose erkrankt. Insbesondere
betroffen ist der Gelenkknorpel und Gelenkinnenhaut, die s.g. Synovialmembran.
In welchen Stadien entwickelt sich die Gelenkkrankheit Arthrose, und was ist
Arthrose genau ?
Im Mittelpunkt aller Gelenkerkrankungen steht die Degeneration des Knorpelgewebes. Man
teilt die Arthrose in zwei Stadien auf :
1) Frühstadium (primäre Arthrose). Im Frühstadium ist oft eine kleine Fläche, vom
Schaden im Knorpelüberzug, auf dem Röntgenbild zu erkennen (Knorpelschaden). Kurz darauf
treten erste Verdichtungen des Knochens, der unterhalb des erkrankten Knorpels liegt, auf.
Sobald eine Knochenveränderung zu erkennen ist und bei entzündlich bedingter Schrumpfung der
Gelenkkapsel, sprechen wir von Arthrose.
2) Spätstadium (sekundäre Arthrose). Zwischen dem Früh- und dem Spätstadium können
viele Jahre liegen. Viele Arthrosepatienten befinden sich deshalb in einem
Zwischenstadium. Im Spätstadium ist der Gelenkknorpel zum Teil vollständig abgerieben
und verschwunden.Hierdurch reibt der freiliegende Knochen direkt auf dem Knochen der
Gegenseite. Der physiologisch vorhandene Gelenkspalt ist deshalb verschwunden. Der Knochen
ist wesentlich dichter und härter (keine Stoßdämpferfunktion mehr) und im Röntgenbild
deutlich erkennbar. An den Rändern der Gelenke sind große knöcherne Ausziehungen s.g.
Osteophyten). Diese führen zu einer Verbreiterung des Gelenkes. Diese Knochenzacken
können sich bei bestimmten Bewegungen auch berühren und Schmerzen auslösen.
Ursachen der Arthrose:
- Unfälle
- Überlastungen
- Angeborene Fehlformen (X- oder O-Beine)
- Stoffwechselstörungen
- Ernährungsfehler
- Osteoporose
- Entzündliche Gelenkprozesse
- Metabolische Erkrankungen (Gicht, Chondrokalzinose)
- Endokrine Erkrankungen (Hypothyreose)
- Erworbene Formstörungen (M.Perthes, idiopathische Hüftkopfnekrose)
Folgen einer Arthrose:
- Schmerzen (1. Anlaufschmerz, 2.Belastungsschmerz, 3. Ruheschmerz)
- Schwellungen
- Muskelverspannungen
- Muskelatrophien
- Entzündungsschübe
- Ergußbildung
- Begleitende Kapsel-Bandverletzungen
- Verdickungen und Verformungen (Deformitäten)
- Beginnende Bewegungseinschränkung (Kapselmuster: Bedeutet, das bestimmte Bewegungen in
bestimmter Reihenfolge einschränken) bis hin zu Kontrakturen
- Instabilität des Gelenkes
Für jedes Gelenk und jedes Stadium sind das Ausmaß und die Ausprägung dieser
Vorgänge aber sehr verschieden. Man unterscheidet zwischen vielen verschiedenen
degenerativen Gelenkerkrankungen.
Die am häufigsten vorkommenden sind die Coxarthrose (am Hüftgelenk) und die Gonarthrose (am Kniegelenk).
Therapieverfahren bei Cox- und Gonarthrose
Man unterscheidet zwischen konservativer und operativer Therapie.
Der Arzt berät den Patienten über den Ablauf des ausgewählten Therapieverfahrens.
Behandlungsablauf einer konservativen Therapie:
Aufklärung über die Erkrankung sowie deren Verlauf und die Therapieoptionen
- Beratung über Prävention (Gewichtsreduktion, Belastungsregulation, Physiotherapie)
- Regelmäßige Übungen zur Beseitigung von Muskeldefiziten
- Mechanische Entlastung des Gelenkes (evtl. Gehstock zur Entlastung, Pufferabsätze,
elastischer Fersenkeil)
- Medikamentöse Therapie (Schmerzmittel, Antiphlogistika, Lokalanästhetika)
- Regelmäßige physikalische Anwendungen
operative Verfahren siehe Coxarthrose
und die Gonarthrose.
Bei der deutschen Arthrose Hilfe besteht die Möglichkeit kostenlose Lese-Exemplare
anzufordern, in denen der Patient das Verständnis und das Wissen über seine Gelenke
erfährt, um sie besser schützen zu können.