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Datum:
20.08.2008
2 Uhr 44

 

 

 

 



arterielle Gefäßerkrankungen

bearbeitet von: Tanja Donsbach
zuletzt bearbeitet am: 23.12.03

 Synonym: Claudatio intermittens

Ursachen:

Verengungen an den Arterien im Becken, in den Beinen oder Armen werden als pAVK bezeichnet. Hauptursache dieses verengenden Gefäßprozesses ist die Arteriosklerose. Die Arterienverengung führen zu Durchblutungsstörungen in den Armen und Beinen. Je nach Höhe der Verengung sind Unter-, Oberschenkel oder das Becken bzw. Unter-, Oberarm oder die Schulter betroffen.

Hauptrisikofaktor für die Entstehung der pAVK ist das Rauchen. Zusätzlich spielen auch ein erhöhter Cholesterinspiegel, die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und ein erhöhter Blutdruck eine wichtige Rolle. In Deutschland leiden etwa 20 Prozent der Bevölkerung über 55 Jahre an Durchblutungsstörungen. Männer sind fünf Mal häufiger betroffen als Frauen. Symptome einer Durchblutungsstörung treten nur bei etwa einem Drittel der Betroffenen auf. Viele Menschen schränken ihr Leben so ein, dass sie die Symptome nicht selbst merken. Ausmaß und Folgen einer Durchblutungsstörung hängen vom Ort und der Entwicklung der Gefäßveränderung ab. Diese können im Becken, Oberschenkeln, Unterschenkeln, sowie Schulter, Ober- und Unterarm stattfinden. Je höher die Gefäßverengung oder der Gefäßverschluss sitzt, desto stärker ist die Durchblutungsstörung.

 Symptome bei Befall der Arm- oder Beinarterien:

  • belastungsunabhängige Beschwerden
  • Schmerzen unterhalb der Gefäßverengung
  • muskelkaterartige Beschwerden
  • Schwächegefühl
  • Lokales Kältegefühl
  • belastungsunabhängige Abblassung
  • gelegentlich Parästhesien
  • nachbetonter Ruheschmerz
  • Ulcera oder Nekrosen

Klinische Einteilung in 4 Stadien nach Fontaine:

I Keine Beschwerden, aber nachweisbare Veränderungen (Stenose, Verschluss)

II Claudatio intermittens
a. Schmerzfreie Gehstrecke > 200m
b. Schmerzfreie Gehstrecke < 200m

III Ruheschmerz in Horizontallage

IV Ruheschmerz, Ulkus bzw. Nekrose/Gangrän

Untersuchung

  • Pulsschlag an den Beinen oder Armen ist schwach oder kaum tastbar.
  • Ein vermindertes Strömungsgeräusch auf Höhe der verengten Stellen können mittels eines Stethoskopes gehört werden.
  • Ist der Blutdruck an den Beinen niedriger als an den Armen oder umgekehrt, weist dies auf eine Gefäßverengung hin.
  • Gehtest: Die Strecke bis zum Auftreten von Schmerzen wird gemessen.
  • Mit Hilfe des Ultraschalls kann der veränderte Blutfluss über der Verengung sichtbar gemacht werden.
  • Mit Hilfe von Kontrastmitteln können die Arterien im Becken und in den Beinen dargestellt.
  • Zusätzlich werden die Halsgefäße und das Herz untersuchen, um Verengungen der Gefäße in diesem Bereich rechtzeitig zu erkennen.

Behandlung:

Die Basistherapie der pAVK ist die Bekämpfung der Ursachen: Das Rauchen aufgeben, sich regelmäßig bewegen, auf die Ernährung achten, auf Blutfettwerte und Blutdruck achten. Nach ärztlicher Verordnung Einnahme von Medikamenten, die die Fließfähigkeit des Blutes verbessern. Eine weitere wichtig Therapie ist das Gehtrainig. Dabei wird die Strecke ermittelt, die Sie schmerzfrei gehen können. 75 Prozent dieser Strecke sollten Sie täglich mehrfach gehen. Dadurch wird der Körper angeregt, Umgehungskreisläufe (Kollaterale) zu bilden. Die weiteren Maßnahmen richten sich nach dem Stadium der Erkrankung: Ab Stadium III und IV werden folgende Maßnahmen z.B. folgen:

  • Bei Gefäßverengungen über wenige Millimeter und bei Gefäßverschlüssen kann die Engstelle aufgedehnt oder der Verschluss geöffnet werden. Dies geschieht mit Hilfe eines Katheters (Angioplastie).
  • Um eine Wiederverengung zu vermeiden, muss eventuell eine Gefäßstütze (Stent) implantiert werden.
  • Bei Gefäßveränderungen, die weitere Strecken betreffen, kommt eine Bypass-Operation an den Beingefäßen in Frage. Dabei werden entweder eine Vene oder ein Teflonschlauch als Umleitung für das verengte Gefäß eingesetzt.
  • Ist eine operative Wiederherstellung der Durchblutung nicht möglich, können bestimmte Medikamente (Prostanoide) über die Vene gegeben werden. Diese führen zu einer Erweiterung der Gefäße.
  • Im Stadium II können sogenannte vasoaktive Medikamente gegeben werde, die die Gefäße erweitern und die Durchblutung fördern. Bei einigen gefäßerweiternden Substanzen wurden jedoch auch negative Symptome diagnostiziert, da diese Mittel zum einen starke Nebenwirkungen, in Bezug auf orthostatische Regulationsstörungen und Tachykardien aufgrund eines starken Blutdruckabfalls, hervorrief. Zudem führten sie zum Teil zu einer verschlechterten Versorgung in den gefährdeten Bezirken.
  • Im experimentellen Stadium ist die Gentherapie. Hier werden dem Patienten bestimmte Gene gespritzt, die das Gefäßwachstum anregen.



Quelle(n) und weitere Informationen:

Diehm, C.; Weiss, T. (1994): PAVK-Fibel, LinguaMed-Verlags GmbH

Braun, J.; Dormann A. (1996): Klinikleitfaden Innere Medizin, Gustav Fischer

van den Berg, F. (2000): Angewandte Physiologie, 2 Organsysteme verstehen und beeinflussen, Thieme

http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/raucherbein.htm

Allen Test (Wecarelife.at)



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