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arterielle Gefäßerkrankungen
bearbeitet von:
Tanja Donsbach
zuletzt bearbeitet am: 23.12.03
Synonym: Claudatio intermittens
Ursachen:
Verengungen an den Arterien im Becken, in den Beinen oder Armen werden als pAVK
bezeichnet. Hauptursache dieses verengenden Gefäßprozesses ist die Arteriosklerose.
Die Arterienverengung führen zu Durchblutungsstörungen in den Armen und Beinen. Je nach
Höhe der Verengung sind Unter-, Oberschenkel oder das Becken bzw. Unter-, Oberarm oder
die Schulter betroffen.
Hauptrisikofaktor für die Entstehung der pAVK ist das Rauchen.
Zusätzlich spielen auch ein erhöhter
Cholesterinspiegel, die Zuckerkrankheit
(Diabetes mellitus) und ein erhöhter
Blutdruck eine wichtige Rolle. In Deutschland leiden etwa 20 Prozent der Bevölkerung
über 55 Jahre an Durchblutungsstörungen. Männer sind fünf Mal häufiger betroffen als
Frauen. Symptome einer Durchblutungsstörung treten nur bei etwa einem Drittel der
Betroffenen auf. Viele Menschen schränken ihr Leben so ein, dass sie die Symptome nicht
selbst merken. Ausmaß und Folgen einer Durchblutungsstörung hängen vom Ort und der
Entwicklung der Gefäßveränderung ab. Diese können im Becken, Oberschenkeln,
Unterschenkeln, sowie Schulter, Ober- und Unterarm stattfinden. Je höher die
Gefäßverengung oder der Gefäßverschluss sitzt, desto stärker ist die
Durchblutungsstörung.
Symptome bei Befall der Arm- oder Beinarterien:
belastungsunabhängige Beschwerden
Schmerzen unterhalb der Gefäßverengung
muskelkaterartige Beschwerden
Schwächegefühl
Lokales Kältegefühl
belastungsunabhängige Abblassung
gelegentlich Parästhesien
nachbetonter Ruheschmerz
Ulcera oder Nekrosen
Klinische Einteilung in 4 Stadien nach Fontaine:
I Keine Beschwerden, aber nachweisbare Veränderungen (Stenose, Verschluss)
II Claudatio intermittens
a. Schmerzfreie Gehstrecke > 200m
b. Schmerzfreie Gehstrecke < 200m
III Ruheschmerz in Horizontallage
IV Ruheschmerz, Ulkus bzw. Nekrose/Gangrän
Untersuchung
Pulsschlag an den Beinen oder Armen ist schwach oder kaum tastbar.
Ein vermindertes Strömungsgeräusch auf Höhe der verengten Stellen können mittels
eines Stethoskopes gehört werden.
Ist der Blutdruck an den Beinen niedriger als an den Armen oder umgekehrt, weist dies
auf eine Gefäßverengung hin.
Gehtest: Die Strecke bis zum Auftreten von Schmerzen wird gemessen.
Mit Hilfe des Ultraschalls kann der veränderte Blutfluss über der Verengung
sichtbar gemacht werden.
Mit Hilfe von Kontrastmitteln können die Arterien im Becken und in den Beinen
dargestellt.
Zusätzlich werden die Halsgefäße und das Herz untersuchen, um Verengungen der
Gefäße in diesem Bereich rechtzeitig zu erkennen.
Behandlung:
Die Basistherapie der pAVK ist die Bekämpfung der Ursachen: Das Rauchen aufgeben, sich
regelmäßig bewegen, auf die Ernährung achten, auf Blutfettwerte
und Blutdruck achten. Nach ärztlicher Verordnung Einnahme von Medikamenten, die die
Fließfähigkeit des Blutes verbessern. Eine weitere wichtig Therapie ist das Gehtrainig.
Dabei wird die Strecke ermittelt, die Sie schmerzfrei gehen können. 75 Prozent dieser
Strecke sollten Sie täglich mehrfach gehen. Dadurch wird der Körper angeregt,
Umgehungskreisläufe (Kollaterale) zu bilden. Die weiteren Maßnahmen richten sich nach
dem Stadium der Erkrankung: Ab Stadium III und IV werden folgende Maßnahmen z.B. folgen:
- Bei Gefäßverengungen über wenige Millimeter und bei Gefäßverschlüssen kann die
Engstelle aufgedehnt oder der Verschluss geöffnet werden. Dies geschieht mit Hilfe eines
Katheters (Angioplastie).
- Um eine Wiederverengung zu vermeiden, muss eventuell eine Gefäßstütze (Stent)
implantiert werden.
- Bei Gefäßveränderungen, die weitere Strecken betreffen, kommt eine Bypass-Operation
an den Beingefäßen in Frage. Dabei werden entweder eine Vene oder ein Teflonschlauch als
Umleitung für das verengte Gefäß eingesetzt.
- Ist eine operative Wiederherstellung der Durchblutung nicht möglich, können bestimmte
Medikamente (Prostanoide) über die Vene gegeben werden. Diese führen zu einer
Erweiterung der Gefäße.
- Im Stadium II können sogenannte vasoaktive Medikamente gegeben werde, die die Gefäße
erweitern und die Durchblutung fördern. Bei einigen gefäßerweiternden Substanzen wurden
jedoch auch negative Symptome diagnostiziert, da diese Mittel zum einen starke
Nebenwirkungen, in Bezug auf orthostatische Regulationsstörungen und Tachykardien
aufgrund eines starken Blutdruckabfalls, hervorrief. Zudem führten sie zum Teil zu einer
verschlechterten Versorgung in den gefährdeten Bezirken.
- Im experimentellen Stadium ist die Gentherapie. Hier werden dem Patienten bestimmte Gene
gespritzt, die das Gefäßwachstum anregen.
Quelle(n) und weitere Informationen:
Diehm, C.; Weiss, T. (1994): PAVK-Fibel,
LinguaMed-Verlags GmbH
Braun, J.; Dormann A. (1996): Klinikleitfaden Innere Medizin, Gustav
Fischer
van den Berg, F. (2000): Angewandte Physiologie, 2 Organsysteme
verstehen und beeinflussen, Thieme
http://www.netdoktor.de/krankheiten/fakta/raucherbein.htm
Allen Test (Wecarelife.at)
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