Funktionelle Verbände haben sich seit Ende des letzten Jahrhunderts zur
partiellen Immobilisation verletzter Gelenke und Muskeln bewährt. Der Begriff
"Taping" kommt aus dem amerikanischen und beschreibt das Verbandspflaster =
"adhesive tape". Als Verbandsmaterialien kommen elastische und unelastische
Klebebinden zum Einsatz.
Grundsätzlich ermöglichen Tapeverbände den Erhalt einer gezielten Mobilität bei
gleichzeitiger selektive Stabilisierung. Schwerpunktmäßig eingesetzt werden
Tapeverbände in der Sportphysiotherapie zur Prophylaxe und zur Therapie. Ziel der
Therapie ist die schnelle Wiederaufnahme des Trainings nach einem Trauma. Ziel der
Prophylaxe ist die Minimierung des Verletzungsrisikos zum Schutz einer geschädigten oder
insuffizienten Struktur.
Die Vorteile des Tapeverbandes sind:
- eine partielle Immobilisation verkürzt den Heilungsprozeß
- der Gelenkstoffwechsel bleibt weitgehend unverändert
- das Training muss nur geringgradig reduziert werden
- der Verlust an "Kondition" bleibt gering
- eine Kombination mit vielen physiotherapeutischen Maßnahmen ist erfolgreich möglich
Nachteilig sind die relativ hohen Material- und finanziellen Aufwendungen. Die
teilweise komplexen Anwendungsformen erfordern ein intensives Üben, um die notwendige
Sicherheit zu erreichen.
Ihre stabilisierende Wirkung erzielen die Tapeverbände über die Reizung der
Mechanorezeptoren der Haut. Diese führen zu einer Spannungszunahme der darunterliegenden
Muskulatur.Daneben gibt es sogenannte Korrekturtapes. Diese sollen gezielt den
Bewegungsweg eines Gelenkes beeinflussen, z. B. der Patella.