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Datum:
20.08.2008
2 Uhr 46

 

 

 

 



Skoliose

bearbeitet von: Sebastian Etzold
zuletzt bearbeitet am: 06.04.01

Was ist Skoliose ?

Skoliose ist eine Wachstumsdeformität der Wirbelsäule mit fixierter seitlicher Verbiegung, Drehung der einzelnen Wirbelkörper um die eigene Achse und Versteifung des betroffenen Abschnittes. Sie entwickelt sich im Laufe des Körperwachstums, zwischen dem 7. und dem 16. Lebensjahr.

Die Skoliose ist das wohl am längsten bekannte orthopädische Leiden. Die zunehmende Veränderung der Körpergestalt hat zu intensiven Bemühungen um die Aufklärung , Behandlung und Therapie dieser Erkrankung geführt. Dennoch wurden bis heute viele Probleme, die die Skoliose bietet, noch nicht befriedigend gelöst.

Eine schwere Skoliose geht mit Strukturveränderungen einher. Um dies zu vermeiden bzw. zu vermindern ist eine Wachstumslenkung der Wirbelsäule erforderlich. Man unterscheidet diese Art der "strukturellen Skoliose" von der sogenannten "funktionellen Skoliose".

Bei der funktionellen Skoliose kommt es durch unterschiedliche Beinlängen oder Zwangshaltung aufgrund von Schmerzen (z.B. Bandscheibenvorfall) zu einer Seitverbiegung der Wirbelsäule. Diese Verbiegung verschwindet nach Ausgleichen der Beinlängendifferenz mit z.B. Schuheinlagen oder nach der Behandlung der Grunderkrankung und ist somit keine echte Skoliose.

Epidemiologie:
Die Erkrankungshäufigkeit schwankt in Deutschland zwischen 0,13 und 13,6 %. Die unterschiedlichen Angaben sind auf Definitionsschwierigkeiten zurückzuführen (d.h. auf die Frage hin, ab welchen Winkeln eine Seitverbiegung der Wirbelsäule als Skoliose aufgefaßt wird).

Ätiologie:
Heute hat man herausgefunden, dass ein Teil der Ursache von Skoliosen auf Veränderungen im Bereich der Wirbel, der Muskulatur und der Nerven zurückzuführen ist.

Bei zahlreichen Patienten sind die neurologischen Abläufe gestört, die die Muskulatur beim Gehen kontrollieren. Diese Kontrollmaßnahmen werden beim Kleinkind "programmiert" wenn es beginnt, über Kreuz am Boden zu kriechen. Werden diese Lernphasen beim Kind gestört oder von ehrgeizigen Eltern abgekürzt, kann dies später eine Skoliose zur Folge haben.

85 % der Skoliose sind idiopathischen Ursprungs. Das bedeutet, die Ursache ist noch nicht ausreichend geklärt.Vermutet wird eine ungleichmäßige nervliche Erregung der Rückenmuskulatur, infolge dessen es zu einem asymmetrischem Wachstum der Muskeln und der Wirbelsäule kommt. Auch werden schon bei der Geburt oder später erworbene Fehlstellungen der oberen Kopfgelenke als mögliche Ursache diskutiert, die insbesondere bei erschwerten Geburten auftreten können.Mädchen sind vierfach häufiger betroffen als Jungen.

Idiopathische Skoliosen werden wie folgt eingeteilt:

  • Infantile Skoliosen (bis 4 Jahren)
  • juvenile Skoliosen (bis 10 Jahren)
  • adoleszente Skoliosen (über 10 Jahren)

Klinische Untersuchung:
Bei der ärztlichen Untersuchung ist eine Verschiebung des Oberkörpers auffällig.
Weitere Zeichen sind:

  • ungleich hoher Schulterstand
  • gebogener Verlauf der Wirbelkörperfortsätze
  • Rippenbuckel (die Rippen sind mit den Wirbelkörpern verbunden und drehen sich mit. Dies wird vor allem deutlich, wenn man den Patienten nach vorne beugen lässt)

Weiterführende Diagnostik:
Anhand des Röntgenbildes und anhand von Messmethoden kann die Schwere einer Skoliose in Winkelgraden ausgedrückt werden.
Leichte Skoliose 40°
Mittelschwere Skoliose 40 – 60°
Schwere Skoliose 60 – 80°
Die Winkelmessungen sind wichtig zur Bestimmung des Fortschreitens und des therapeutischen Vorgehens. Nach Wachstumsabschluss nimmt der Skoliosewinkel nur noch wenig zu. Konservative Therapie:
Bei leichten Verkrümmungen bis 20° reichen physiotherapeutische Maßnahmen, z.B.:

  • Dreidimensionale Skoliosebehandlung nach Katharina Schroth
  • Voijta Behandlung und E-Technik

Aus bestimmten Ausgangslagen werden über genau definierte Zonen an Armen, Beinen, Rumpf manuelle Reize auf Muskeln und Knochen gesetzt. Die Antwort darauf ist eine unwillkürliche reflektorische Aktivität bestimmter Muskeln. Diese Methode kann unterstützend auf eine bessere Stellung der WS mitwirken.

Bei Verkrümmungen zwischen 20° und 50° sollten zusätzlich zur Physiotherapie ein Korsett getragen werden. Konsequentes Tragen ist für den Erfolg der Therapie von ausschlaggebender Bedeutung.

Operative Therapie:
Eine Operation sollte in schweren Fällen, bei einer Krümmung von über 50° , oder wenn Herztätigkeit und Lungenfunktion beeinträchtigt wird oder bei einer stetigen Zunahme des Winkels im Wachstumsalter, angestrebt werden.

Das bevorzugte Operationsalter liegt zwischen 12 und 15 Jahren. Vor einer OP wird die WS für 3-4 Wochen unter Zug gesetzt, um somit eine Lockerung der Bänder und Muskeln die die WS umgeben, zu erreichen. Es gibt verschiedene Operationsverfahren, die eine Korrektur und Stabilisierung der verkrümmten WS erzielen sollen.Durch Einsetzen verschiedener Metallteile kann die WS auch teilweise versteift werden.




Quelle(n) und weitere Informationen:
"Befundgerechte Physiotherapie bei Skoliose" Hans Rudolf Weiß/Manuel Rigo unter Mitarbeit von Udo Roevenich
Pflaum Verlag



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