Was ist Sensorische Integration ?
Die Behandlung der
sensorischen Integrationsstörung gibt es seit ca. 15 bis 20 Jahren in Westdeutschland.
Jean Ayres, eine amerikanische Beschäftigungstherapeutin (Ergotherapeutin) und
Psychologin war Begründerin der Therapie. J. Ayres und ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter haben hauptsächlich in der Forschung sowie der Therapie mit Kindergarten- und
Schulkindern gearbeitet. Sie therapierten Kinder, die Defizite in der Wahrnehmung (Sl)
hatten. Durch diese kann es z. B. zu Lese- bzw. Verhaltensstörungen kommen.
Was ist »Sensorische Integration«? Sensorische Integration bedeutet,
dass jeder Mensch Sinneseindrücke fühlen, empfinden und erfahren kann.
Sinnesempfindungen kommen von dem eigenen Körper und aus der Umwelt, werden zum Gehirn
geleitet und dort sinnvoll erfaßt, eingeordnet, verglichen, verarbeitet und gespeichert
u. a.. Die Wahrnehmungen können sich dann in einer angemessenen Reaktion äußern, d. h.
motorisch und/oder vegetativ, z. B. als Bewegungs-, Handlungs- bzw. Verhaltensantwort. Der
Prozeß der sensorischen Integration beginnt während der pränatalen (vorgeburtlichen)
Kindesentwicklung und ist ein sehr komplexer Vorgang. Alle Bereiche des zentralen
Nervensystems, die für eine befriedigende, sinnvolle Auseinandersetzung des Menschen mit
seinem Körper und seiner Umgebung nötig sind, wirken integrierend zusammen. Im
Zusammenspiel mit den anderen Sinnessystemen erlebt der Mensch, was um ihn herum geschieht
und kann so seine Gefühle und Gedanken ordnen.
Die Sinnessysteme arbeiten automatisch und unbewußt ohne Anstrengung . Unser
Körperbild entwickelt sich primär aus den drei Basis-Sinnen (taktil, propriozeptiv und
vestibulär) und vermittelt jedem Individuum das Gefühl dafür, wer und wo er ist.Was ist
eine sensorische Integrationsbehandlung? Eine Sl-Störung liegt vor, wenn das Reizangebot
im Gehirn nicht ausreichend gut verarbeitet wird. Bei der Wahrnehmungsstörung kommt es
zur ungenügenden Übermittlung und Speicherung von Informationen aus dem eigenen Körper.
Dadurch können die Informationen aus der Umwelt nicht aufeinander abgestimmt verarbeitet
werden. In der Theorie von J. Ayres wird davon ausgegangen, dass das Kind auf
Informationen aus den Basissinnessystemen entweder zuviel (hyper-), zuwenig (hypo-) oder
gestört, verwirrt (dys-) reagiert. Es gibt vom Gleichgewichtssystem
über-/unterinformierte und dysregulierte Kinder genauso wie vom Hautempfinden. Von der
Tiefensensibilität (Muskeln, Sehnen, Gelenke) wird eher mit Unterinformiertheit reagiert.
Die Krankengymnastik arbeitet bei der sensorischen Integrationsbehandlung hauptsächlich
über die Basissinne (taktil, propriozeptiv und vestibulär).