Was ist Schmerzphysiotherapie ?
Man kann zwischen einer medikamentösen, psychologischen, operativen und physiotherapeutischen Schmerztherapie unterscheiden.
Der Schmerzphysiotherapeut versucht, der Vielschichtigkeit von chronischen Schmerzen gerecht zu werden, ohne in diffuse Polypragmasie (Versuch einer Behandlung mit einer Vielzahl unterschiedlicher Medikamenten und/oder Therapien) auszuarten. Das Neuromedizin- Konzept ist ein offenes, ganzheitliches, patientenzentriertes Konzept einer gezielten und dosierten Kombinationsbehandlung, bestehend aus Manualtherapie, PNF und Kinästhesie.
Bei der Manualtherapie ist der Patient weitgehend passiv, beim PNF aktiv (aber therapeutenabhängig) und in der Kinästhesie aktiv sowie therapeutenunabhängig. Der Patient wird im Rahmen einer Behandlungsserie zu zunehmender Aktivität angeleitet. Er erlebt, wie er durch regelmäßige Übungen und Änderungen seiner Lebensgewohnheiten seine Schmerzen lindern und weitgehend unter Kontrolle bekommen kann. Er wird vom Patienten zum Agenten.
Durch die neuromedizinischen Techniken ist es nicht immer möglich, den Schmerz zu beseitigen. Aber oft gelingt es, ihn doch auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, zu zentralisieren und zeitlich zu limitieren. Außerdem werden eine Vielzahl von Gewebe- und Organfunktionen optimiert, das Körperbewusstsein wird geschult, der Medikamentenverzehr wird eingeschränkt, operative Eingriffe können sogar überflüssig werden, und nicht zuletzt findet eine - meist nonverbale - kleine Psychotherapie statt.
Neuromedizinisch zu arbeiten bereitet Freude beim Behandler und beim Patienten. Das Rätsel (der Knoten) Schmerz wird hier eigentlich nie hart erarbeitet, sondern fast immer spielerisch gelöst.