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HWS-Schleudertrauma

bearbeitet von: Sabina Riese
zuletzt bearbeitet am: 27.10.03

Ein Schleudertrauma ist eine Verletzung im Bereich der Halswirbelsäule, die meist durch einen Autounfall verursacht wird. Beim Auffahren oder beim Angefahrenwerden von hinten wird der Kopf durch die unerwartete Abbremsung nach vorn bzw. nach hinten gerissen und die Halswirbelsäule dabei heftig gekrümmt bzw. überstreckt. Durch den Überraschungseffekt kann die Bewegung nicht rechtzeitig durch Anspannung der Muskulatur gebremst werden. Oftmals folgt durch Auftreten eines Hindernisses erneut eine Schleuderung des Kopfes nach vorn, was auch als "Peitschenschlagphänomen" bezeichnet wird.

Hauptsächlich betroffen sind nach einem solchen Ereignis die Halsmuskulatur, der Bandapparat der Halswirbel, Gelenkkapseln und Bandscheiben, welche durch Zerrungen und Risse sowie durch Blutungen geschädigt sein können.

Schmerzen treten meist nicht unmittelbar nach dem Unfall auf, sondern erst nach einigen Stunden. Es kommt auch vor, dass sich Beschwerden erst nach ein bis zwei Wochen einstellen. Symptome zeigen sich durch Muskelverspannungen und Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich sowie durch Kopfschmerzen. Weitere Merkmale können u.a. sein: Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, Schmerzen oder ein Kribbeln in den Armen, Bewusstlosigkeit und Gedächtnisschwund.

Ein Arzt wird anhand der Schilderungen des Patienten zum Unfallgeschehen und den Symptomen sowie durch eine körperliche Untersuchung die Schwere des Schleudertraumas feststellen. Zudem können mithilfe einer Röntgenuntersuchung Knochenbrüche und Gelenksverletzungen der Halswirbelsäule ausgeschlossen werden.

Handelt es sich um einen leichten Grad der Verletzung, das heißt vorübergehende Schmerzen im Nacken und den Schultern sowie Kopfweh, heilt die Schädigung nach einer kurzzeitigen Ruhigstellung meist innerhalb von zwei bis vier Wochen von selbst. Eine Behandlung kann ggf. Schmerzmittel und das Anlegen einer Schaumstoffmanschette beinhalten, welche jedoch nur so kurz wie möglich getragen werden sollte. Außerdem eignen sich zur Eigenbehandlung gymnastische Übungen und kräftigende Maßnahmen wie Wechselduschen und Bürstenmassagen.

Bei einer mittelschweren Form des Schleudertraumas, die durch eine starke Einschränkung der Beweglichkeit des Nackens und zum Teil neurologischer Ausfälle wie geschwächte Muskelreflexe und Gefühlsstörungen gekennzeichnet ist, ist eine physiotherapeutische Behandlung unerlässlich. Auch eine Therapie mit Medikamenten sowie psychotherapeutische Maßnahmen können für die Genesung hilfreich sein. Die physiotherapeutische Behandlung beinhaltet dabei zunächst Stabilisation der Halsmuskulatur zur Sicherung der gedehnten Bänder, später Wärme und vorsichtige Dehnungsbehandlungen der Hals- und Schultergürtelmuskulatur. Unter Anleitung werden krankengymnastische Bewegungen der Halswirbelsäule durchgeführt.

Ist es durch den Unfall zu schwereren Verletzungen der Halswirbelsäule, des Gewebes oder der Gelenke gekommen, muss durch einen Facharzt die Notwendigkeit einer Operation geklärt werden. Dementsprechend erfolgt die Behandlung durch einen Neurochirurgen oder Orthopäden. Dieser Schweregrad eines Schleudertraumas tritt jedoch nur selten auf.

Die Prognosen für Spätfolgen nach einem Schleudertrauma sind gegensätzlich. Einige Experten schätzen das Risiko als gering ein. Andere hingegen sind der Meinung, dass die Patienten noch über viele Jahre von Beschwerden begleitet werden können. Wichtig ist vor allem, nach dem Unfall so schnell wie möglich die gewohnten Alltagsaktivitäten wieder aufzunehmen und die Genesung mit krankengymnastischen Übungen zu unterstützen.




Quelle(n) und weitere Informationen:
Eder, M. und Tilscher, H.: Schmerzsyndrome der Wirbelsäule. Grundlagen, Diagnostik. Therapie. 4. Auflage, In: Junghanns, H. (Hrsg.): Die Wirbelsäule in Forschung und Praxis. Bd. 81, Stuttgart: Hippokrates Verlag GmbH, 1988

Mumenthaler, M: Besondere Schmerzsyndrome. In: Innere Medizin in Praxis und Klinik. 4. Auflage, H. Hornbostel, R. Lüthy und M. Mumenthaler (Hrsg.), Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag, 1992

Pschyrembel Therapeutisches Wörterbuch. 2. Auflage, Berlin/New York: de Gruyter, 2001

Vosschulte, K., Lasch, H.G. & Heinrich, F. (Hrsg.): Innere Medizin und Chirurgie. Ein integriertes Lehrbuch unter Berücksichtigung der Gegenstandskataloge. 2. Auflage, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag, 1979

Zehetgruber, M.: Schleudertrauma. 2000,
URL: www.netdoktor.at/Krankheiten/Fakta/schleudertrauma.shtml (Abruf vom 25.09.2003)



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