Die Sauna ist eine Anwendungsform der Wärmetherapie, die nicht nur für Entspannung
und Wohlbefinden sorgt, sondern auch als unterstützende therapeutische Maßnahme
eingesetzt werden kann.
Wirkung
Während eines Saunagangs erhöht sich die Körpertemperatur um ca. 1°C, die
Temperatur der Haut steigt sogar auf 40 43°C an. Parallel dazu laufen im Körper
verschiedene Prozesse ab, die eine positive gesundheitliche Wirkung mit sich bringen.
So kommt es aufgrund der Hitze zu einer Erweiterung der Blutgefäße, was wiederum zu
einer Verbesserung der Durchblutung und der Blutverteilung führt. Auch regt das
Saunabaden die Hormonausschüttung, sowie Stoffwechsel- und Immunvorgänge an.
Gleichzeitig hat die Sauna eine krampflösende Wirkung auf die Muskulatur der Bronchien,
sodass die Sekretion von Schleim aus den Bronchien verbessert wird. Eine weitere
Auswirkung ist die Stärkung des Immunsystems gegen Erkältungskrankheiten und grippale
Infekte sowie die Entschlackung und Reinigung der Haut. Zudem wird der Körper durch den
häufigen Wechsel von Verengung und Erweiterung der Blutgefäße gegenüber Wetter- und
Temperaturveränderungen gestärkt.
Vor allem aber beeinflusst regelmäßiges Saunieren aufgrund der allgemeinen
Entspannungs- und Lockerungswirkung positiv Organismus und Psyche.
Durchführung
In der Regel werden zwei bis drei Saunagänge einmal wöchentlich empfohlen, an die
sich jeweils eine Abkühl- und eine Ruhephase anschließen.
Ein Saunagang dauert 10 bis 15 Minuten. Die größte Entspannung erlangt man beim
Liegen, weil sich so der gesamte Körper in der selben Umgebungstemperatur befindet.
Wichtig ist, sich für die letzten ein bis zwei Minuten hinzusetzen, um den Kreislauf auf
die aufrechte Haltung vorzubereiten.
Den zweiten Teil des Saunabades bildet die Abkühlphase. Es ist sinnvoll, sich
zunächst für drei bis fünf Minuten an die kalte Luft zu begeben, damit der Körper sein
Sauerstoffdefizit ausgleichen und die erhöhte Temperatur der Haut und der Atmungsorgane
abgebaut werden kann. Anschließend folgt die Wasserabkühlung z.B. in Form eines
Kneippgusses, einer kalten Dusche oder eines kalten Tauchbades.
Die Ruhephase sollte in etwa eine halbe Stunde dauern. Auch hier wird die beste
Erholung durch Liegen erreicht.
Generell gilt, dass man nach der Sauna viel trinken sollte, um den Flüssigkeitsverlust
wieder auszugleichen. Hierzu eignen sich vor allem mineralhaltige Getränke.
Verschiedene Saunatypen
Grundsätzlich unterscheidet man die klassische finnische Sauna und das Dampfbad:
- Bei der finnischen Sauna handelt es sich um ein Heißluftbad mit einer Lufttemperatur
zwischen 60 und 90°C. Die Luftatmosphäre ist, bis auf die Aufgussphasen, sehr trocken,
sodass die Schweißbildung zur Abkühlung der Haut besonders gefördert wird.
- In einem Dampfbad hingegen ist die Luftfeuchtigkeit mit bis zu 100% sehr hoch, was zur
Folge hat, dass die Wärme weitaus intensiver empfunden wird als bei der finnischen Sauna.
Aus diesem Grund sind die Temperaturen der Luft mit 40 bis 50°C auch deutlich niedriger,
damit Atmung, Herz und Kreislauf nicht zu stark belastet werden.
Indikationen
Sauna trägt nicht nur zu einer Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens bei, sondern
ist auch als ergänzende therapeutische Maßnahme anwendbar. So wirkt Sauna unterstützend
bei Erkrankungen der oberen Luftwege und bei rheumatischen Erkrankungen. Des weiteren kann
sie bei Hyper- und Hypotonie sowie bei Krankheitsbildern, die mit Muskelschmerzen
verbunden sind, eingesetzt werden.
Kontraindikationen
Nicht in die Sauna gehen sollte man bei akuten Infektionskrankheiten, bei einer
stärkeren Herz-Kreislauf-Schwäche oder koronarer Herzkrankheit. Auch bei
Hautkrankheiten, die mit Infektionen, Ekzemen oder offenen Wunden verbunden sind, sollte
auf das Saunabaden verzichtet werden. Dies trifft auch zu bei einer Neigung zu
Nierensteinen, da die Gefahr der Steinbildung durch den hohen Flüssigkeitsverlust bzw.
den damit verbundenen konzentrierten Urin verstärkt ist.