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Pilates Training

bearbeitet von: Sabina Riese
zuletzt bearbeitet am: 16.05.06

Was ist Pilates?
Die Pilates-Methode ist ein ganzheitliches Körpertraining, das aus zahlreichen Dehn- und Kräftigungsübungen besteht und eine Verbindung von Körper, Seele und Geist herstellt. Es zielt darauf ab, den ganzen Körper schonend und effektiv zu trainieren, um eine natürliche Balance zwischen Stärke, Flexibilität und Kontrolle zu erreichen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Wiederherstellung einer natürlichen Muskelbalance geschenkt: verkürzte Muskeln werden gedehnt und gegenüberliegende, geschwächte Muskeln gestärkt.

Ursprünglich besteht das Training nach Pilates aus einem Bodentraining, das in so genannten Mattenklassen unterrichtet wird, und einem zusätzlichen Training an speziell von Pilates entwickelten Geräten. Heute existiert neben dieser klassischen Form eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten: neben speziellen Pilates-Studios, kann man Pilates zum Beispiel auch in Kursen an Volkshochschulen erlernen oder eigenständig zuhause durchführen.

Bei regelmäßiger Anwendung können durch Pilates folgende Wirkungen erzielt werden:

  • Stärkung und Formung der Muskulatur
  • Verbesserung der Kondition und Koordination
  • Korrektur und Stärkung der Körperhaltung
  • Entspannung
  • Anregung des Kreislaufs
  • Stärkung der Körperwahrnehmung

Die Grundprinzipien der Pilates-Methode

Nach Joseph H. Pilates, dem Entwickler der Pilates-Methode, sind die wichtigsten Elemente seines Körpertrainings die Atmung, Kontrolle und Koordination. Im Laufe der Zeit wurden diese Grundprinzipien von verschiedenen Organisationen übernommen, verändert und erweitert, sodass es heute verschiedene Richtungen gibt. Als die wichtigsten Grundsätze des Pilates-Trainings können folgende Elemente angesehen werden:

Kontrolle: Einer der wesentlichen Grundsätze des Pilates-Trainings ist die kontrollierte Durchführung einzelner Bewegungen, die sich nicht nur auf die Übungen selbst, sondern auch auf die Übergänge bezieht. Durch die kontrollierten Bewegungen wird der Körper dazu angeregt, Helfermuskeln auszubilden und zu stärken. Arbeiten diese mit den Hauptmuskeln zusammen, entwickelt der gesamte Körper eine größere Balance und Koordinationsfähigkeit.

Konzentration: Die Konzentration ist das Schlüsselelement, um Körper und Geist in Einklang zu bringen. Sie bezieht sich bei Pilates auf die bewusste Ausführung einer Bewegung, auf die mentale Kontrolle und Lenkung des Körpers während einer Übung. Dabei ist es wichtig, dass die Gedanken nicht abschweifen, sondern die Konzentration vollständig auf den Körper gerichtet ist.

Atmung: Das konzentrierte Atmen hat einen positiven Einfluss auf die Dehnfähigkeit des Körpers, sodass Verspannungen vermieden und eine optimale Körperkontrolle erreicht werden können. Damit man während der Übungen entspannt atmen und gleichzeitig gewisse Spannungen halten kann, wird die Atmung nach Pilates nicht in den Brustkorb, sondern in das Zwerchfell geleitet.

Zentrierung: Unter Zentrierung versteht Pilates die körperliche Arbeit aus dem Körpermittelpunkt heraus. Das Körperzentrum, auch als „Powerhouse“ bezeichnet, ist der Bereich vom Brustkorb bis zum Becken. Es umfasst alle wichtigen Organe und befestigt Schultern, Arme und Beine. Da eine Stärkung der Muskeln in diesem Bereich die Organe und den Rücken schützt, zielen alle Pilates-Übungen auf ein starkes Körperzentrum ab.

Entspannung: Durch die bewusste Entspannung können ein neues Haltungs- und Bewegungsmuster erreicht, Verspannungen aufgespürt und abgeschaltet werden. Die Entspannung bei der Pilates-Methode darf nicht mit einem völligen Loslassen verwechselt werden, da so die Körperspannung unterbrochen wäre und die Muskeln nicht mehr effektiv arbeiten könnten. Vielmehr bedeutet Entspannung in diesem Zusammenhang das richtige Maß an Anspannung für die jeweilige Übung.

Bewegungsfluss: Bei Pilates werden die Übungen mit fließenden Bewegungen und ohne lange Pausen durchgeführt. Dies trägt dazu bei, dass die Knochen, Muskeln und Gelenke effizient zusammenarbeiten und Verletzungen, die häufig bei ruckartigen isolierten Bewegungen auftreten, vermieden werden. Der Körper wird zudem trainiert, die Übungen mit Kontrolle und Präzision auszuführen und sich sanft und gleichmäßig zu bewegen.

Koordination: Bei der Ausführung der Pilates-Übungen müssen all die zuvor beschriebenen Elemente in Einklang gebracht werden. Diese Koordinationsfähigkeit erfordert zunächst etwas Geduld, verbessert sich jedoch mit der Häufigkeit der Durchführungen.

Für wen eignet sich Pilates?
Das Training nach Pilates eignet sich prinzipiell für jeden, da es eine sehr sanfte Fitnessmethode ist. Es kann zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge angewendet werden, um den Körper zu stärken, Verspannungen zu beseitigen oder Fehlhaltungen zu korrigieren. Darüber hinaus eignet sich Pilates aufgrund seiner Sanftheit und der individuellen Gestaltung unter anderem zur Schwangerschaftsnachsorge, zur Kräftigung im Alter und als Möglichkeit der Rehabilitation nach Operationen, Verletzungen oder Erkrankungen.

Bei Rückenbeschwerden sowie während der Schwangerschaft sollte das Training nach Pilates nur eingeschränkt und in Absprache mit dem Arzt durchgeführt werden.




Quelle(n) und weitere Informationen:
Herman, E.: Pilates für Dummies. Weinheim: Wiley-VCH, 2004.
Korte, A.: Pilates. Das Fitnesstraining für Körper und Seele. München: Gräfe und Unzer Verlag, 2004.
Pilates Zentrum Berlin: Pilates Methode. URL: http://www.pilateszentrumberlin.de/frameset.htm (Abruf vom 02.05.2006).
Siler, B.: Schlank und schön mit Pilates. München: Wilhelm Goldmann Verlag, 2003.



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