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Osteopathie
bearbeitet von:
Tanja Donsbach
zuletzt bearbeitet am: 09.04.03
Was ist Osteopathie ?
Die osteopathische Medizin dient vorwiegend der Erkennung und Behandlung von Funktionsstörungen. Diagnose und Therapie erfolgen mit spezifischen osteopathischen Techniken, die mit den Händen ausgeführt werden. Die Anwendung ostheopathischer Medizin setzt genaueste Kenntnisse der Anatomie und Physiologie voraus. Zu den Grundlagen der Osteopathie zählen die Einheit des menschlichen Körpers, die wechselseitige Abhängigkeit von Struktur und Funktion, sowie die selbstregulierenden Kräfte im Körper.
Der Begründer der Osteopathie ist Dr. Andrew Taylor Still. Er gründete 1874 in Kirksville die American School of Osteopathie. Von Amerika zog die Osteopathie über England in die Benelux Staaten, wo sie schon seit vielen Jahren professionell und erfolgreich in Praxen angeboten wird. Still ging davon aus, dass der Körper aus drei Systemen besteht, die sich gegenseitig beeinflussen: der Bewegungsapparat (Knochen, Muskeln, Bindegewebe, Nerven, fasziale Strukturen und Körperflüssigkeiten), die inneren Organe und das cranio- sacrale System.
Nur wenn diese drei Systeme ohne Einschränkung funktionieren, wird ein
harmonischer Bewegungsablauf möglich. Unfälle, Entzündungen, falsche Haltungs-
und Bewegungsgewohnheiten können diese Harmonie beeinträchtigen.
So können beispielweise Zysten am Eierstock Ischiasprobleme auslösen,
blockierte Brustwirbel Herzprobleme und eine gestörte Nierenfunktion
Rückenschmerzen verursachen.
Anhand einer ganzheitlichen osteopathischen Diagnostik und der daraus
resultierten Behandlung, versucht der Osteopath, die Selbstheilungskräfte
(Autokorrektion) des Körpers zu aktivieren, wobei er ausschließlich mit seinen
Händen arbeitet.
Wann hilft Osteopathie ?
Osteopathie kann bei zahlreichen Funktionsstörungen des Körpers eingesetzt werden, selbst wenn diese schon längere Zeit bestehen. Altersbeschränkungen bestehen grundsätzlich keine. Auch Säuglinge und Kinder mit Problemen, die durch eine Verletzung während oder nach der Geburt entstanden sind, zählen zu den typischen Patienten für die Osteopathie.
Ansonsten wird Osteopathie häufig eingesetzt bei Bandscheibenvorfällen, Knieschmerzen, Hüftschmerzen, Rückenschmerzen, verstauchten Gelenken, Verdauungsproblemen, Migräne, Blasenproblemen, Schiefhals, Zahnfehlstellungen, Skoliose, Schulter- und Nackenproblemen, Atembeschwerden, Ohrgeräuschen und Menstruationsbeschwerden.
Ausbildung
Die Ausbildung zum Osteopathen dauert fünf bis sechs Jahre an ca. sieben Wochenenden/Jahr. Am Ende wird eine Prüfung zum D.O. (Diplom Osteopath) abgelegt und eine wissenschaftliche Arbeit (Diplomarbeit) verfasst. Um zugelassen zu werden, muss man Arzt, Physiotherapeut oder Heilpraktiker sein. In Deutschland kann man das Studium also nur als Studium nach dem Studium lernen. In Belgien z.B. wird Osteopathie als Vollzeitstudium angeboten.
Die Behandlungsgebühren betragen 60,- bis 75,- Euro pro Stunde und werden direkt mit dem Therapeuten abgerechnet.
Quelle(n) und weitere Informationen:
Cloet, E.; Ranson, G.; Schallier, F. College Sutherland "Praxis der Osteopathie" Hippokrates Verlag
Newiger, C. Osteopathie Sanftes Heilen mit den Händen, Stuttgart 1998
Tempelhof, S., Weingart, J.; Osteopathie Schmerzfrei durch sanfte Berührungen, 2001
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