Narben sind eine Reaktion des Körpers auf Wunden und Verletzungen. Im Rahmen der
Wundheilung entsteht eine Restitution (Wiederaufbau) des Gewebes. Diese kann ad integrum,
also vollkommen sein oder mit Narben unvollständig sein. Die Wundheilung durchläuft
verschiedene Stadien:
Die Entzündungsphase mit vaskulärer Phase (0. Bis 2. Tag) und zellulärer
Phase (2. Bis 5. Tag) , die Proliferationsphase (5. Bis 21. Tag)
und die Konsolidierungs-und Umbauphase (21. bis ca 60. Tag) .
Das Narbengewebe wird aus sichtbarem Granulationsgewebe gebildet, welches zwischen den
Wundrändern entsteht.
Wichtig ist es bei Narbengewebe, dass es gut verschieblich und gleitfähig gegenüber
den darunter liegenden Schichten (Unterhaut, Faszie, Periost) bleibt.
Häufig gibt es im Narbenbereich Verwachsungen, Verklebungen und überschiessendes
Wachstum des Narbengewebes, wodurch es zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen kommen
kann.
Sowohl der lymphatische wie auch der energetische Fluss werden durch Narben nachhaltig
gestört.
Es ist im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung deshalb darauf zu achten, bereits
in der Anamnese gezielt nach Narben zu fragen und diese zu befunden.
Die Ziele der Narbenbehandlung sind:
Verhindern von Verklebungen und Verwachsungen, optimale funktionelle Beweglichkeit,
Schmerzfreiheit.
Zu den physiotherapeutischen Techniken gehören:
In der Entzündungsphase nur leichte Ausstreichungen, Vibrationen, Klopfen im
schmerzfreien Bereich, Lymphdrainage, evtl. Reflexzonenbehandlung (sympathikusdämpfend)
oder Meridianbehandlung. Der Wundbereich sollte geschont, hochgelagert evtl. komprimiert
und immobilisiert werden.
In der zellulären Phase sind bereits lokale Techniken möglich.
In der Proliferations- und der Konsolidierungsphase sind alle Techniken aus der
Massagetherapie einsetzbar. Hier ist vor allem die lokale Arbeit direkt auf der Narbe
wichtig, wie Friktion, Mobilisation, Kneten, Ausstreichen,
Dehnen etc. Die energetischen Techniken sind auch hier indiziert .
Autor: Birgit Budde