Synonym: Encephalomyelitis disseminata
Definition:
Schubförmig oder chronisch progrdient (=fortschreitende) Entmarkungskrankheit von Gehirn
und Rückenmark (= des zentralen Nervensystems)
Definition Myelin:
Das Mark, welches sich um einen Nerv herum befindet (=Isolierschicht). Das Mark
befindet sich nicht durchgehend sondern Stück für Stück um den Nerv (=Myelinscheiden)
Es schützt zum einen den Nerv, zum anderen fördert es die schnellere Weiterleitung
einer Information (=saltatorrische Erregungsweiterleitung)
Saltatorrische Erregungsweiterleitung bedeutet, dass die Information nicht durch
den ganzen Nerv hindurch wandern muss, sondern von einem Ende der Myelinscheide zur
nächsten springen kann.
Bei einer MS kommt es zu einer verzögerten Reizweiterleitung.
Epidemiologie: Auf der nördlichen Halbkugel, vor allem im Norden Europas und
Amerikas ist das Erkrankungsrisiko signifikant erhöht. Zum Äquator hin fällt die
Häufigkeit ab, steigt in südlicher Richtung an und erreicht in Australien und Neuseeland
mittlere bis hohe Häufigkeit.
Die Häufigkeit liegt in Mitteleuropa bei ca. 100/100000 Einwohner.
Meist beginnt die MS in einem Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Vor allem bei jüngeren
Menschen verläuft die MS häufig schubweise. Anfangs können Monate oder Jahre zwischen
den Schüben liegen. Teilweise verschwinden die Beschwerden nach einem Schub wieder
vollständig oder sie kommen nach einiger Zeit wieder.
Die Ursache ist bislang noch nicht eindeutig erklärt.
Symptome:
Klinische Symptome, die sogenannten Charcotsche Trias:
- Augenmotorikstörung
- Artikulationsstörung
- Zittern der Hände
Weitere Symptome:
- Muskelschwäche
- Sensibilitätsstörungen
- Koordinationsstörungen
- Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Spannungs- oder Druckgefühl, Krämpfe
- Blasen- und Verdauungsstörungen
- Psychische Symptome, wie der Wechsel zwischen Depression und Euphorie
- schnelle Ermüdbarkeit
- Nervenschmerzen
- Durchblutungsstörungen
- Gesteigerte Eigenreflexe
Diagnostik:
- Liquor Untersuchung (Erhöhung des Immunglobulinspiegels, oligoklonaler IgG Wert)
- Blutuntersuchung (vermehrte Lymphozyten)
- Kernspintomogramm (Darstellung der Entmarkungsherde)
Nahrungsmittelumstellung:
- Linolsäurearme Ernährung (viel Fischöl, Borretschöl = ungesättigte Fettsäuren und
viel Enzyme und Glutamin) als erfolgreiches Behandlungskonzept bei Multiple Sklerose
Das bedeutet, vermeiden von Milchprodukten, Eier, Hülsenfrüchte,Getreide und Hefe.
Physiotherapie:
Frühzeitig sollte mit der physiotherapeutischen, logopädischen und
ergotherapeutischen Therapie begonnen werden:
- Verbesserung der Grob- und Feinmotorik (Techniken: Bobath, PNF, Affolter)
- Anbahnen von selektiven Bewegungsmuster
- Alltagstraining (Üben von lebenspraktischen Bewegungsabläufen)
- Vermeiden von Kontrakturen und "Wundliegen" von bettlägrigen Patienten
- Sensibilitätstraining (z.B. Erbsenbad, taktiles Erkennen von verschiedenen
Oberflächenstrukturen, kreative Techniken: Malen, Körbe flechten, basteln)
- Artikulationstraining
Was betroffene Patienten vermeiden sollten:
- heiße Bäder
- körperliche Überanstrengung
- Stress
- Reisen in warme Länder
- Sauna
Selbsthilfegruppen fördern den Kontakt der Patienten untereinander und den
Informationsaustausch über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten
Dr.Fratzer: Schach der Multiple Sklerose; Printul Verlag, München; Blumenstr.48, 82538
Gerestried
Dr. Olaf Hebener
Bahnhofstr.32
67591 Hohen-Sülzen
Tel.: +49(0)6243/6083 oder 6084
Ein Buch mit hervorragenden Erörterungen unterschiedlicher Therapien im Kampf gegen die Multiple Sklerose:
Multiple Sklerose ? und doch nicht verzweifeln
Hermann Bauer Verlag, Freiburg
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