Die Migräne zählt zu den häufigsten Kopfschmerzformen und kommt bei 6 - 12%
aller Männer und bei 12 - 14% aller Frauen vor. Häufig beginnt die Erkrankung
während der Pubertät, doch ein Auftreten ist auch im Kindesalter ab dem dritten oder
vierten Lebensjahr möglich. Mit zunehmendem Alter sinkt jedoch die Wahrscheinlichkeit
einer erstmaligen Migräneattacke.
Charakteristisch für eine Migräne ist ein anfallsartiger, meist einseitig
pulsierend-pochender Kopfschmerz, der in regelmäßigen Abständen wiederkehrt. Begleitet
werden die Kopfschmerzen häufig von Übelkeit und Erbrechen sowie in einigen Fällen auch
von Durchfall. Zudem leiden viele Betroffene vor oder während eines Migräneanfalls an
einer Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie an einer Überempfindlichkeit gegenüber
Gerüchen.
Die Ursachen einer Migräne sind nicht eindeutig geklärt. Experten gehen davon aus,
dass eine genetische Veranlagung eine wichtige Rolle spielt. Zudem scheinen verschiedene
psychologische Faktoren einen Einfluss zu haben. Daneben existieren sogenannte
Trigger-Faktoren, bei denen es sich um biologische Faktoren oder um Umwelteinflüsse
handelt, die eine Migräne nicht verursachen, jedoch bei den Betroffenen eine
Migräneattacke auslösen können. Zu den häufigsten Trigger-Faktoren zählen unter
anderem Stress bzw. das Nachlassen von Stress, Änderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus,
Hormonschwankungen, sowie der Konsum von Alkohol und bestimmten Nahrungsmitteln wie zum
Beispiel Käse oder Kaffee. Wichtig ist, dass die Betroffenen ihre persönlichen
Trigger-Faktoren kennen und diese so gut wie möglich meiden.
Eine Migräneattacke ist durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet. Der typische
Ablauf umfasst klassischerweise vier Phasen, die jedoch nicht von allen Patienten
gleichermaßen erlebt werden:
Vorphase (Prodromalphase):
Die erste Phase kündigt einen Migräneanfall an und kann mit verschiedenen
körperlichen Störungen einhergehen. Dazu zählen unter anderem eine erhöhte
Reizbarkeit, Appetit- und Stimmungsschwankungen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit,
Verstopfungen sowie ein übermäßiger Durst. Viele Patienten haben Heißhunger auf
Süßigkeiten oder fetthaltige Nahrungsmittel.
Auraphase:
Bei ca. 15% der Migränepatienten setzt anschließend die Auraphase ein, bei der
neurologische Reiz- und Ausfallerscheinungen wie Seh- und Sprachstörungen, Schwindel,
Lähmungen oder Kribbeln auftreten können. Diese Phase dauert in den meisten Fällen
nicht länger als eine halbe Stunde.
Kopfschmerzphase:
In der dritten Phase folgen die eigentlichen Kopfschmerzen, die einen stechenden,
pochenden, pulsierenden oder krampfartigen Charakter haben und individuell in
verschiedenen Regionen, jedoch vornehmlich in der Stirnpartie auftreten. Die Schmerzen
können zwischen 4 und 72 Stunden andauern und sind häufig mit den oben genannten
Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen oder verschiedenen Überempfindlichkeiten
verbunden. Bei körperlicher Betätigung nimmt die Intensität der Kopfschmerzen in der
Regel zu.
Rückbildungsphase (Postdromalphase):
Während der Rückbildungsphase klingen die Symptome ab und die Betroffenen fühlen
sich häufig erschöpft und müde. Oftmals können auch die gegenteiligen Symptome der
Vorphase beobachtet werden, sodass beispielsweise ein Patient, der zu Beginn depressiv
verstimmt war, in dieser Phase euphorisch ist oder umgekehrt.
Migräneattacken treten durchschnittlich einmal pro Monat auf, können sich aber
auch in kurzen, regelmäßigen Abständen wiederholen oder über Wochen, Monate oder Jahre
ausbleiben. Grundsätzlich nimmt die Auftretenshäufigkeit mit dem Alter zu, erreicht
ihren Höhepunkt in der Altersspanne 35 bis 45 Jahre und nimmt dann in Häufigkeit, Dauer
sowie Schwere wieder langsam ab.
Prognose: Die Migräne ist eine chronische Erkrankung, die nach
heutigem Kenntnisstand nicht geheilt werden kann. Jedoch ist es durch eine entsprechende
Migräne-Behandlung möglich, die Symptome zu lindern sowie die Häufigkeit der Migräneanfälle zu
reduzieren.