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Migräne-Behandlung

bearbeitet von: Sabina Riese
zuletzt bearbeitet am: 24.03.05

Das komplexe Krankheitsbild der Migräne (Migräne-Schmerz) mit seiner Vielzahl an möglichen Ursachen macht deutlich, dass auch die Behandlung sehr vielseitig und individuell abgestimmt sein muss.

Eine Diagnose stellt der Arzt aufgrund einer ausführlichen und umfassenden Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Unterstützend werden verschiedene neurologische und internistische Untersuchungen sowie in einigen Fällen auch bildgebende Verfahren eingesetzt, um andere Erkrankungen wie zum Beispiel Tumoren, Entzündungen oder Verletzungen in der Kopfregion, auszuschließen. Wichtig ist zudem, dass man die Art der Kopfschmerzen zu anderen Formen abgrenzt.

Die Therapie der Migräne unterteilt sich in drei Hauptbereiche:

  • die akute Behandlung leichter Attacken
  • die akute Behandlung schwerer Attacke
  • die vorbeugende Behandlung

Primäres Ziel der Migränetherapie ist die Linderung der Kopfschmerzen von schwer auf leicht oder von mittelschwer auf kopfschmerzfrei innerhalb zwei Stunden nach Einnahme der Medikamente.

Bei der Behandlung von leichten Migräneattacken empfiehlt sich die kombinierte Einnahme eines herkömmlichen Schmerzmittels sowie eines Arzneimittels gegen Übelkeit und Erbrechen. Letzteres hat auch die Funktion, die reduzierte Magen- und Darmaktivität zu normalisieren, damit der Körper die Wirkstoffe der eingenommenen Medikamente besser aufnehmen kann.

Sind die Attacken stärker, werden häufig sogenannte Triptane zur Therapie eingesetzt. Dabei handelt es sich um Substanzen, die dort wirken, wo der Schmerz entsteht: an den Blutgefäßen und an den Nervenenden im Gehirn. Die Triptane binden sich damit an die gleichen Rezeptoren wie das Hormon Serotonin und haben den Vorteil, dass sie nicht nur den Schmerz stoppen, sondern auch gegen Übelkeit und Erbrechen helfen. Triptane gelten heute als die wirksamsten Mittel für die akute Behandlung von schweren Migräneanfällen und können zu jedem Zeitpunkt der Attacke eingesetzt werden. Welches Triptan für welchen Patienten am besten geeignet ist, muss je nach Beschwerdebild mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Neben der akuten Therapie der Migräne, besteht die Möglichkeit einer vorbeugenden Behandlung (Prophylaxe), welche medikamentöser oder nicht-medikamentöser Art sein kann. Ziel dabei ist, eine 50-prozentige Verminderung der Attacken sowie eine verbesserte Wirkung der Akuttherapie zu erreichen.

Eine medikamentöse Prophylaxe ist angebracht, wenn mehr als drei Attacken pro Monat auftreten, die Attacken länger als 48 Stunden andauern oder die Nebenwirkungen der Migränemittel zu stark ausfallen. In den meisten Fällen werden Betablocker eingesetzt, welche zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt wurden. Geeignet sind diese daher für Patienten, die zusätzlich an Bluthochdruck, innerer Unruhe oder starker Nervosität leiden. Hingegen sind Betablocker nicht angezeigt, wenn die Betroffenen an Depressionen erkrankt sind oder (bei Männern) an Potenzproblemen leiden.

Neben Betablockern existiert noch eine Vielzahl anderer Medikamente, die sich zur Migräneprophylaxe eignen. Das für Sie beste Medikament wird Ihr Arzt mit Ihnen absprechen. Einen neuen interessanten Ansatz verspricht eine aktuelle Studie zum Einsatz des Coenzyms Q10 bei Migräne. Die Studie zeigte eine Verringerung der Migränefrequenz und Schmerzstärke in einer kontrollierten Studie

Medikamente zur Migräneprophylaxe werden nicht lebenslang, sondern in der Regel über einen Zeitraum von sechs bis neun Monate eingenommen. Zu beachten ist, dass sich der Behandlungserfolg bei der vorbeugenden Therapie meist erst nach sechs bis acht Wochen einstellt und dass in der Anfangszeit häufig starke Nebenwirkungen auftreten. Wichtig für eine erfolgreiche Prophylaxe ist daher, die Medikamente nicht gleich wieder abzusetzen, sondern diese nach Absprache mit ihrem Arzt langfristig einzunehmen. An diesen sollten Sie sich auch bei aufkommenden Bedenken und Fragen wenden.

Zur Vorbeugung von Migräneattacken eignet sich auch die nicht-medikamentöse Prophylaxe. An erster Stelle steht dabei eine gesunde und ausgeglichene Lebensführung mit regelmäßigem und ausreichendem Schlaf, wenig Stress, der Vermeidung von Triggerfaktoren und ausreichender Bewegung. Darüber hinaus helfen Techniken zur Stressbewältigung und Entspannung, wie zum Beispiel Biofeedback, Progressive Muskelentspannung oder Ausdauersport, aber auch die Fussreflexzonenmassage, andere Reflexzonentherapieen und Shiatsu - Behandlungen können Erfolge bringen.

Wenn organische Befunde der Wirbelsäule als mögliche Ursachen der Migräne in Verdacht stehen, können hier die Manuelle Therapie, die Wirbelsäulengymnastik oder die Behandlung nach McKenzie zum Einsatz kommen.




Quelle(n) und weitere Informationen:
Strackham,K. Nie wieder Migräne, 2000
Göbel, H., Erfolgreich gegen Kopfschmerz und Migräne,Berlin 2002
Busch, V. & May, A.: Kopf- und Gesichtsschmerzen. München/Jena: Urban & Fischer, 2002. Diener, H. C.: Migräne. Ein Buch mit sieben Siegeln? 100 Fragen und 100 Antworten. 3. Auflage, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag, 2002. Diener, H. C.: Migräne. Taschenatlas spezial. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag, 2002.



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