Der Schweizer Facharzt für Physikalische Medizin und Rheumatologie Dr. med.
J.C. Terrier entwickelte aus den Bedürfnissen seiner
rheumatologisch-orthopädischen Praxis eine Reflex-Massage zur Behandlung reversibler
Gelenk- und Wirbelsäulenstörungen.
Die neue Massage verband er auf vorher unbekannte Weise mit gleichzeitigen Dehnungen
währen einer passiven Gelenkmobilisation. Er bezeichnete das Verfahren als Manipulativmassage
und beschreibt dies 1958 in einem Lehrbuch.
Beim Ausbau der Manipulativmassage kombinierte er die gezielte Tiefenmassage des
Gelenkmantels mit einem dosierten Dehnreiz durch passive Bewegung im Gelenk.
Die Manipulativmassage ist eine Kombination aus kleinflächiger Massage,
passiver Muskeldehnung, passiver Gelenkmobilisation und paraphysiologischen
Gelenkspieltechniken.
Unter den Händen des Manualtherapeuten Terrier reifte die Maipulativmassage zu einer
differenzierten Reflex- und Segmentbehandlung für arthromuskuläre Beschwerdebilder
peripherer Gelenke und der Wirbelsäule.
Behandelt werden vor allem Arthrosen, Periarthrosen, posttraumatische und postoperative
Folgezustände. Bei diesen Erkrankungen sind Tonusstörungen der gelenkzugehörigen
Muskeln, Sehnen, Muskelansätzen und die damit einhergehenden neurovegetativen
Reflexdystrophien, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen besonders auffällig.
Die Manipulativmassage findet den Zugang zum gestörten Segment mit den
neurophysiologisch wirksamen mechanischen Reizen der Massage, der Muskeldehnung und der
passiven Gelenkmobilisation.
Mit der Manipulativmassage gelingt es von außen den Tonus der Muskeln zu beeinflussen,
therapeutisch nützliche Reize auszulösen und hypertone oder hypotone Störungen
aufzulösen.
Bemerkenswert ist, das die Manipulativmassage fast immer schmerzlos
gestaltet werden kann. Erfahrungen mit der Methode zeigen, das die Summierung der in ihre
dämpfenden Wirkung verwandten mechanischen Reize auch bei einer sehr leichten Anwendung
eine wirkungsvolle Behandlung gewährleisten.
Vor der passiven Gelenkmobilisation, mit der die kontrollierte Dehnung der massierten
Weichteilstrukturen erreicht wird, sorgt der Therapeut für eine schwerelose Aufhängung
oder Lagerung der zu behandelnden Gelenkregion. Dazu wird der Körper großflächig und in
Gelenknähe gehalten und dann in einen schienenden Kontakt zum Körper des Therapeuten
gebracht. Der körpernahe Kontakt ermöglicht eine völlig anstrengungsfreie und
kraftsparende Mobilisierung auch der großen Gelenke. Die sichere Führung des Gelenkes
bei der Mobilisierung vermeidet schädliche Kompression der Gelenkflächen und nutzt den
schmerzfreien Bewegungsspielraum des Gelenkes voll aus.
Über die gelenkschonende passive Mobilisierung der Gelenke hinaus verwendet die
Manipulativmassage Elemente von Gelenkspieltechniken, die als Mobilisationstechniken in
der manuellen Therapie benutzt werden.