Die Therapie mit Licht stellt vor allem bei der Behandlung von entzündlichen bzw.
immunologischen Erkrankungen eine Alternative oder Ergänzung zu anderen Behandlungsformen
dar. Gearbeitet wird dabei mit sichtbarem Licht, mit ultraroter (auch als infrarot
bezeichnet) und ultravioletter Strahlung.
Was ist Licht?
Generell lässt sich sagen, das Licht elektromagnetische Energie ist und in
verschiedenen Wellenlängen auftritt. Je kürzer die Wellenlänge einer Strahlung
ausfällt, desto reicher an Energie ist sie. Das Licht, das wir mit dem menschlichen Auge
wahrnehmen, ist der Anteil der optischen Strahlung, den man als sichtbares
Licht bezeichnet. Daneben existiert der Infrarot- und der Ultraviolettbereich,
welche beide jedoch nicht in Form einer optischen Empfindung wahrgenommen werden können.
Zur Veranschaulichung folgt ein kurzer Überblick über die verschiedenen
Frequenzbereiche der optischen Strahlung, wobei die Übergänge fließend sind:
| Strahlung |
Wellenlänge |
w |
| Ultraviolett C |
100 280 |
nm |
| Ultraviolett B |
280 315 |
nm |
| Ultraviolett A |
315 380 |
nm |
| Sichtbares Licht |
380 780 |
nm |
| Ultrarot A |
780 1400 |
nm |
| Ultrarot B |
1400 3000 |
nm |
| Ultrarot C |
3000 - 106 |
nm |
Therapie mit sichtbarem Licht
Das sichtbare Licht, ob von der Sonne oder einer künstlichen Lichtquelle herkommend,
stellt nur einen sehr geringen Bereich des elektromagnetischen Wellenspektrums dar und ist
in seiner Wirkung begrenzt. Jedoch konnte u.a. beobachtet werden, dass das Sonnenlicht
eine vermehrte Histaminausschüttung, eine Stabilisierung von Vitaminen, sowie eine
Erhöhung der Harnsäureausscheidung und der Bildung von roten Blutkörperchen bewirkt.
Folglich kann man von einer allgemeinen Steigerung der Leistungsfähigkeit und einer
verbesserten Immunität als Folge des Lichteinflusses ausgehen. Außerdem lassen sich mit
Hilfe intensiver künstlicher Lichtquellen Winterdepressionen heilen, die durch
Lichtmangel gefördert werden und vor allem in nordischen Ländern vorkommen.
Therapie mit ultrarotem Licht
Die Therapie mit ultraroter Bestrahlung dient der Wärmebehandlung, wobei eine
Erwärmung der Gewebe ohne den direkten Kontakt mit einem Trägermedium möglich ist.
Die Ultrarottherapie bringt eine Vielzahl positiver Wirkungen mit sich. Zum einen
steigert sie die Durchblutung, sodass ein verbesserter Abtransport von
Stoffwechselabfällen bewirkt wird. Zum anderen können Sauerstoff und körpereigene
Abwehrstoffe vom Körper gesteigert herantransportiert werden, wodurch der lokale
Ernährungszustand des Gewebes und die Bekämpfung von mäßigeren und chronischen
Entzündungsprozessen unterstützt wird. Ferner wirkt die Ultrarot-Strahlung beruhigen und
schmerzlindernd.
Indikationen der Ultrarotbehandlung sind Muskelverspannungen, mäßige, chronische und
vor allem rheumatische Entzündungsprozesse sowie akute oberflächliche Entzündungen.
Auch zur Linderung von posttraumatischen Beschwerden oder zur Auflockerung von
oberflächlichen faserreichen Veränderungen wie z.B. Narben, eignet sich die Therapie mit
ultraroter Strahlung.
Kontraindikationen der Ultrarotbehandlung sind alle Beschwerden, bei denen es durch
Wärme zu einer Verschlimmerung oder zu einem Wiederaufleben der Krankheit kommen kann.
Dazu gehören u.a. akute Infekte und Entzündungen, frische Blutungen und Erkrankungen der
peripheren Nerven mit entzündlichen Veränderungen.
Therapie mit ultraviolettem Licht
Die Bestrahlung mit ultravioletter Strahlung erzielt sehr unterschiedliche Effekte,
sodass eine Unterteilung der UV-Strahlen in große, mittlere und kurze Wellenlänge
sinnvoll ist. Die Eindringtiefe der verschiedenen UV-Anteile spielt dabei eine große
Rolle.
- UVA: dieser Bereich ist verantwortlich für die Sofortpigmentierung und besitzt die
größte Eindringtiefe
- UVB: die Eindringtiefe der UVB-Strahlung ist geringer, jedoch ist diese stark erythembildend
(Sonnenbrand) und Auslöser der Spätpigmentierung
- UVC: auch die UVC-Strahlung ist stark erythembildend und findet aufgrund der biotoxischen
Eigenschaften zu therapeutischen Zwecken keine Anwendung.
Neben diesen sichtbaren Wirkungen von ultravioletter Strahlung auf die unbedeckte Haut
gibt es auch einige unsichtbare Auswirkungen. Dazu zählen eine gesteigerte allgemeine
Leistungsfähigkeit sowie die verbesserte Bildung von Vitamin D, welche einen positiven
Einfluss auf die Erkrankungen Rachitis (Vitamin-D-Mangel-Krankheit, die durch eine
Erweichung und Verformung der Knochen gekennzeichnet ist) und Osteoporose
(stoffwechselbedingter Schwund des festen Knochengewebes) haben.
Indikationen der UV-Behandlung sind die Prophylaxe von (grippalen) Infekten und die
Therapie chronischer Hautkrankheiten, wobei sie bei Psoriasis, Akne, Pityriasis besonders
geeignet ist. Darüber hinaus kann die UV-Bestrahlung bei Juckreiz aufgrund von
Niereninsuffizienz und Neurodermitis eingesetzt werden.
Kontraindikationen der UV-Behandlung sind alle rasch voranschreitenden Krankheiten
sowie das Vorhandensein einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer chronischen
Leberentzündung. Zudem können eine Vielzahl von Medikamenten und Kosmetika eine
Lichtallergie auslösen, sodass die Eignung einer UV-Therapie individuell mit dem
behandelnden Arzt geklärt werden muss. Auch ist bei chronischen Lichtschäden und bei
bösartigen Hautveränderungen von einer UV-Behandlung abzuraten.