Koronarsportgruppen, Herzsportgruppen
koronar: (Med.) zu den Herzkranzgefässen gehörend, von ihnen ausgehend
Beim Koronarsport handelt es sich um eine Trainingsform, in der gezielt auf
Erkrankungen des Herzens (Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit, Herzklappenfehler,
Herzschwäche etc.) eingegangen wird.
Kennzeichnend hier ist die Zusammenarbeit zwischen dem Arzt, dem Patienten und dem
Therapeuten/Übungsleiter. Als Voraussetzung zur Teilnahme an einer Herzsportgruppe dient
eine Verordnung zum Koronarsport durch den Hausarzt mit Bestätigung der Krankenkasse.
Ebenfalls sollte ein Arztbericht zum Krankheitsbild vorliegen.
Folgende Zielsetzungen werden im Koronarsport verfolgt:
- Stabilisierung bzw. Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
- Ökonomisierung der Herz- und Kreislaufbelastung
- Aufklärung über gesunde Lebensweise, Sportarteneignung etc.
- Soziale und psychische Rehabilitation (gemeinsam verbindendes Schicksal, Vermittlung von
Körperbezug und Lebensfreude).
Die Herzsportgruppen werden in Präventiv-, Übungs-, Trainings- und gemischte Gruppen
unterschieden. Präventivgruppen dienen der Vorsorge gegen Herz- Kreislauferkrankungen.
Sie sind notwendig für die Verminderung von Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht,
Bewegungsmangel etc.). Die Übungsgruppe unterscheidet sich von der Trainingsgruppe in der
Belastbarkeit des Patienten (Übungsgruppe < 75 W, Trainingsgruppe > 75 W).
In der gemischten Gruppe finden sich Patienten unterschiedlicher Belastbarkeit.
Die Organisation der Koronarsportgruppen unterliegt dem Deutschen Sportbund (DSB) mit
seinen 92 Verbänden und 84000 Vereinen (Stand 1994). Sportvereine bilden eine
flächendeckende Infrastruktur, d.h. über sie kann gesundheitsorientierter Sport
wohnortnah angeboten werden. Da sie gemeinnützige Institutionen sind, werden ihre
Angebote sozialverträglich gestaltet. Die Übungsleiter sind kompetent ausgebildet und
verpflichtet, an regelmässigen Fortbildungen teilzunehmen.