Die progressive Muskelrelaxation (PMR) wurde von dem Arzt E. Jacobson
Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt. Sie ist eine leicht zu erlernende und sehr
effektive Entspannungsmethode. Sie beruht auf der Beobachtung, dass sich die Muskulatur
bei Unruhe, Ängsten und anderen psychovegetativen Beschwerden verspannt.
Das Grundprinzip der progressiven Entspannung nach Jacobson ist, nacheinander
verschiedene Muskelgruppen des Körpers (z.B. Arme, Rumpf, Mund und Kiefer, Beine..)
willkürlich für ca. 5 bis 10 Sekunden anzuspannen um sie dann zu entspannen. Das
darauffolgende "Loslassen" der Muskeln soll bewusst wahrgenommen und der
eigene Körper beobachtet werden. Die daraus resultierende Entspannung wird "progressiv"
mehr und mehr wahrgenommen und vertieft.
Die verschiedenen Muskelgruppen werden in einer festgelegten Reihenfolge nacheinander
an- und entspannt wobei die Therapeutin mit ihrer Stimme die Vorgaben gibt. Später kann
die Übende zu Hause die PMR selbständig eventuell mit Hilfe einer Übungskassette
durchführen. Dabei ist wie bei allen Entspannungsverfahren die regelmäßige Anwendung im
Alltag der Patientin wichtig und ausschlaggebend für den Erfolg.
Die PMR wirkt lindernd bei vielen psychosomatischen Störungen, u.a. bei funktionellen
Herzkreislaufbeschwerden, Ängsten, innerer Unruhe, Kopfschmerzen, Schlafstörungen ...
Die PMR ist leicht erlernbar und eine der wissenschaftlich bestuntersuchten
Entspannungsmethoden.
In der Physiotherapie wird sie , wie z. B. das autogene Training im Rahmen einer
Entspannungstherapie oder innerhalb einer Krankengymnastischen Behandlung bei Bedarf
angewendet.