Mit Hüftdysplasie wird die unzureichende Ausbildung der
Hüftgelenkspfanne mit Subluxation des Hüftkopfes bezeichnet. Diese unzureichende
Ausbildung der Pfanne tritt bei 2-4% der Bevölkerung auf und wird hierzulande meist
bereits beim Säugling diagnostiziert. Zur Diagnose wird ein Funktionsbefund und eine
Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
Ein erster Verdacht auf eine Dysplasie der Hüfte kann autreten, wenn ein Säugling
- in Bauchlage unterschiedlich hohe Gesäßfalten zeigt
- ein Bein sich schlechter abspreizen lässt
- ein Bein sich weniger bewegt, als das andere
Behandelt wird die Hüftdysplasie je nach Ausprägung mit:
- Spreizhose, Pawlik-Bandage, Browne-Schiene oder Gips
- krankengymnastischer Behandlung
Die physiotherapeutische Behandlung hat dabei die Zielsetzung, von außen einen
gelenkformenden Druck und Bewegung auf die Pfanne auszuüben, die natürlichen Bewegungen
des Beines zu schulen und insbesondere die Eltern mit der abspreizenden Lagerung der
Beine, Anlegen der Spreizhose und Durchführung der Übungen vertraut zu machen.
Morbus Perthes
der Morbus Perthes ist eine Hüftkopfnekrose (Schwund der Knochenstrukturen) , die
insbesondere bei Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren auftritt. Sie ist mit 0,1-0,4 % der
Bevölkerung weniger häufig als die Hüftdysplasie. Die Diagnose wird mit Hilfe einer
Kernspintomographie gestellt.
Die Folge eines M.Perthes ist häufig die Abflachung des Hüftkopfes und damit die
Gefahr einer späteren Arthrose des Hüftgelenkes.
Behandlung:
Der wichtigste Behandlungsaspekt ist die Entlastung des Gelenkes. Somit gilt es
betroffene Kinder weitgehend von sportlichen Aktivitäten mit Hüftbelastung zu befreien.
Erlaubt sind hingegen Schwimmen und Radfahren. In ausgeprägteren Fällen kann eine
Entlastung durch Gehstützen angezeigt sein.
Die physiotherapeutische Behandlung hat die Zielsetzung, die Beweglichkeit und die
Muskelkraft zu erhalten und zu verbessern, sowie einen korrekten Gang zu schulen.