Frakturen (Brüche) der Wirbelsäule
Einteilung: Verletzung im
a) vorderen (vorn am Wirbelkörper)
b) mittleren (Hinterkante des WK und Querfortsatz)
c) hinterem Drittel der WS (Dornfortsatz)
Ursachen:
Stauchungsmechanismen, Verkehrsunfälle, Fall aus großer Höhe, Sportverletzungen (
Reiten, Tauchen, Trampolin), Osteoporose
a) primär stabile Wirbelfrakturen
ohne Band- und Bandscheibenbeteiligung,isolierte Wirbelkörperfraktur, ohne
Verschiebung an Fraktur zutreffend für ca. 90% aller Frakturen
Therapie:
je nach Frakturart und -höhe (BWS o. LWS) verschieden lange Bettruhe 1 Tag-bis
ca. 4 Wochen; kein freier Sitz in den ersten 6 Wochen; Korsett (bei Frakturen unterhalb
BWK 10) für ca. 12 Wochen; Drehen und Aufstehen mit gestreckter WS oder Korsett erlaubt.
b) primär instabile Wirbelfrakturen
Gefährdung des Rückenmarks,
Beteiligung von Bändern (bes. Längsband)
Luxation des Wirbels mit Knickbildung ab 25°
Trümmerfraktur
Therapie:
sehr häufig operative Versorgung; heute seltener Ruhigstellung von außen (bei
HWS) durch Halo- Fixateur oder Gips-Krawatte
Physiotherapeutische Behandlung
muskuläre Stabilisation des Wirbelsäulenabschnitts - früh beginnen;
Kräftigung der Rumpfmuskulatur z.B. über Ganzkörperspannungen nach Brunkow oder mit PNF;
Sicherung des Frakturgebiets bei Bewegungsübergängen (aufstehen etc.); später
Entwöhnen vom Korsett und Erlernen physiologischer Bewegungsabläufe.
Beckenfraktur
Ursachen: Verkehrsunfälle, direkte oder indirekte Gewalteinwirkung wie Sturz oder
Einklemmung
1. Beckenrandfrakturen
Bruchstellen sind: Darmbeinschaufel, Steißbein, Sitz -und Schambein
keine Beeinflussung der Beckenstatik, kein Stabilitätsverlust
Patienten können nach wenigen Tagen schon aufstehen
2. Beckenringfrakturen
vorderer Ringbruch (Sitz- und Schambeinast), vordere und hintere Vertikalfraktur
Stabilitätsverlust -> operative Versorgung (Osteosynthesen)
einige Tage Bettruhe (außer vordere Ringfraktur), dann Belastung schrittweise steigern,
evtl. Bewegungsbad
3. Azetabulumfraktur (Bruch in der Hüftgelenkspfanne)
3-4 Wochen Bettruhe, anschließend Teilbelastung, Bewegungsbad