Dickdarmerkrankungen und deren Therapie
Der Dickdarm (=Colon) folgt im Verdauungstrakt direkt auf den Dünndarm und umrahmt
diesen durch seinen Verlauf. Seine Hauptfunktion ist die Eindickung des Stuhls, und damit
die Rückresorption von Wasser und Salzen. Eine Störung im Dickdarmbereich macht sich
über zwei Hauptsymptome bemerkbar:
- Verstopfung (=Obstipation)->seltener als jeden dritten Tag Absetzen von verhärtetem
Stuhl
- Durchfall (=Diarrhoe)->häufiger als dreimal pro Tag Absetzen von erhöhtem
Stuhlvolumen
Colon irritabile (=Reizkolon)
Das irritable Kolon ist eine sehr häufig gestellte Diagnose, wobei Frauen doppelt so
häufig betroffen sind wie Männer.
Ursache ist eine Funktionstörung des Dickdarms, ohne dass organische Defekte
nachgewiesen werden können. Deshalb handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, das
heißt andere Erkrankungen werden durch gründliche Untersuchungen (Darmspiegelung
(=Koloskopie), Röntgen, Stuhluntersuchungen, u.a.) ausgeschlossen.
Symptome:
- oft Schmerzen im Colonverlauf, vor allem im linken Unterbauch
- intermittierender Wechsel zwischen Obstipation und Diarrhoe
Therapie:
symptomatisch, evtl. Psychotherapie
Colitis ulcerosa
Es handelt sich hierbei um eine chronische Dickdarmentzündung mit Geschwürbildung,
die auch auf den Dünndarm übergreifen kann. Sie verläuft schubförmig mit Ruhephasen,
aber auch hier ist keine Ursache bekannt.
Symptome:
- häufige Stuhlentleerungen mit Schleimauflagerungen
- Schmerzen im gesamten Bauchbereich
- rektale Blutung
ACHTUNG: in jedem Fall zur Abklärung anderer Erkrankungen Arzt aufsuchen !
Diagnose: Die Schleimhautveränderungen können mittels einer
Darmspiegelung festgestellt werden.
Therapie: Es ist lediglich eine Linderung der Symptome möglich
(Medikamentengabe).
Mögliche Folgen einer Colitis ulcerosa sind narbige Veränderungen der Schleimhaut und
Darmdurchbrüche.
Morbus Crohn (=Enteritis regionalis)
Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine entzündliche Darmwanderkrankung, die im
gesamten Verdauungstrakt vorkommen kann, aber vorwiegend im Dünndarm zu finden ist.
Diese Erkrankung ist der Colitis ulcerosa sowohl im Hinblick auf die unbekannte Ursache
als auch in der Symptomatik (weniger Blutabgang) sehr ähnlich. Über die Koloskopie
können sie jedoch in bei mehr als 85% differenziert werden.
Die Therapie setzt auch hier medikamentös (Cortisongabe) an.
Physikalische Therapie der Darmerkrankungen
Über Reflexzonentherapie und Bindegewebsmassage werden die entsprechenden Darmzonen
auf der Haut bearbeitet und damit eine reflektorische Wirkung auf den Darm erzielt. Auch
Wärmeanwendungen und Kolonmassage (bei Obstipation)können Symptome lindern.