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Datum:
20.08.2008
2 Uhr 37

 

 

 

 



Biofeedback

bearbeitet von: Sabina Riese
zuletzt bearbeitet am: 17.02.04

Biofeedback ist eine Methode, die es ermöglicht, meist unwillkürliche Körperprozesse, wie z.B. Atemfrequenz, Herzfrequenz, Blutdruck, Gehirnströme, Körpertemperatur oder Muskelspannung, dem Bewusstsein zugänglich zu machen.

Mit entsprechenden Geräten werden die physiologischen Vorgänge gemessen, in akustische oder optische Signale umgewandelt und mit Hilfe eines Computerbildschirms oder Lautsprechers für den Patienten wahrnehmbar gemacht.

Beispielsweise wird die Muskelspannung ermittelt und in Form einer Kurve auf dem Bildschirm sichtbar dargestellt. Bekommt der Übende nun von seinem Therapeuten die Anleitung, sich zu entspannen, so verändert sich die Kurve und der Patient erkennt den Zusammenhang zwischen der Entspannung und seinen Körperprozessen.

Das Ziel des Biofeedbacks ist also, dem Patienten durch eine Rückkopplung (engl.: Feedback) verschiedene, vermeintlich unbewusste Körperfunktionen wahrnehmbar zu machen, damit er diese bewusst kontrollieren und steuern kann.

Anwendung findet das Biofeedback-Training u.a. bei der Behandlung von:

  • Muskelverspannungen
  • Spannungskopfschmerzen und Migräne
  • Bluthochdruck
  • Inkontinenz
  • Lähmungen (z.B. als Folge eines Unfalls oder Schlaganfalls)
  • Epilepsie
  • Angststörungen und Nervosität

Es gibt verschiedene Arten des Biofeedbacks, je nachdem, welcher körperliche Regulationsvorgang beeinflusst werden soll. So unterscheidet man z.B. zwischen Atemfeedback, Muskelfeedback, Herzfrequenz-Biofeeback, EEG-Feedback sowie weiteren anderen Formen.

In der physiotherapeutischen Praxis findet vor allem das EMG-Biofeedback Anwendung, bei dem mit Hilfe eines Elektromyogramms (EMG) die Muskelaktivität dargestellt wird. Das EMG-Feedback eignet sich zur Rehabilitation von teil-gelähmten Muskeln. Dabei können auch kleinste Muskelaktivitäten sichtbar oder hörbar gemacht werden, wodurch der Patient eine größtmögliche Motivation zur Verbesserung erfährt. Das EMG-Feedback kann auch eingesetzt werden als Entspannungstraining für stark verspannte Muskeln (z.B. Stirnmuskulatur bei Migränepatienten).

Eine weitere Einsatzmöglichkeit bietet die Behandlung von Inkontinenz. So kann mit Hilfe von Ballonsonden das Kontraktionstraining der Beckenbodenmuskulatur bei Frauen unterstützt werden, sodass vorhandene Störungen für die Patientinnen sichtbar gemacht werden und diese in Folge trainiert und behoben werden können.

Mit Hilfe des regelmäßigen Trainings können die erlernten Fähigkeiten der Selbstkontrolle und –steuerung später im Alltag auch ohne Geräte angewendet werden. Wichtig ist jedoch, neben der Therapie des Biofeedbacks auch andere Entspannungstechniken, wie z.B. Autogenes Training oder Progressive Relaxation einzuüben, um eine erfolgreiche Behandlung sicher zu stellen.




Quelle(n) und weitere Informationen:

Batra, A., Wassmann, R. & Buchkremer, G. (Hrsg.): Verhaltenstherapie. Grundlagen – Methoden – Anwendungsgebiete. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag, 2000

Zeier, H.: Biofeedback. Physiologische Grundlagen – Anwendungen in der Psychotherapie. 2. Auflage; Bern: Verlag Hans Huber, 1997

Biofeedback. URL: www.medizininfo.de (Abruf vom 22.12.2003)

Medicine Worldwide: Biofeedback-Therapie. URL: www.m-ww.de/krankheiten/ schmerz/methoden_schmerztherapie/biofeedback_therapie.html (Abruf vom 22.12.03)




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