Die Bandscheiben-Operation wird auch als Nukleotomie oder Sequestrotomie bezeichnet. Sie
ist dann notwendig, wenn größere Bandscheibenvorfälle zu deutlichen Ausfällen von
Nerven führen. Zu den Symptomen zählen Lähmungen der Muskulatur, Störung der
Sensibilität bis hin zur vollständigen Taubheit einzelner Hautareale. Dabei können auch
Funktionsstörungen innerer Organe, der Blase und des Darmes auftreten. In jedem der
aufgeführten Fälle ist beim Auftreten unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.
Die Indikation zur Bandscheiben-Operation wird meist erst dann gestellt, wenn entweder
sehr starke Lähmungen auftreten oder konservativer Behandlungen z.B. Physiotherapie ohne
Erfolg geblieben sind. Voraussetzung in allen Fällen ist die exakte Diagnose des Arztes
mit Hilfe der Myelographie bzw. Computertomographie.
Durchführung:
Bandscheiben-Operationen werden als offene Operation, über ein Endoskop
(Schlüssellochchirurgie) oder mit Hilfe der Nukleolyse (Auflösung des
Bandscheibenmaterials) durchgeführt. Der behandelnde Arzt entscheidet über das jeweils geeignete Verfahren.
physiotherapeutische Behandlung:
Die anschließenden Physiotherapie umfasst:
- isometrische Spannungsübungen schon während der ersten Tage
- intensive Muskelkräftigung zur Schaffung eines Muskelkorsetts
- Transfers üben (en-bloc-drehen, aufstehen aus Bauchlage ohne Sitz)
- Einüben von rückenschonendem Verhalten im Alltag
Der operierte Patient muss sich für ca 6 Monate schonen und auf sportliche
Aktivitäten, die die Wirbelsäule belasten, verzichten. Insbesondere in der ersten Wochen sind alle Beugebelastungen und unkontrollierten Drehbewegungen unter Belastung zu
vermeiden. Aus diesem Grund wird auch empfohlen, anfangs nicht zu sitzen, das Essen
beispielsweise an einem Stehtisch einzunehmen und Autofahren zu vermeiden. Da
Bandscheiben-operierte Wirbeletagen zu Instabilität neigen, muss langfristig auch zur
Vermeidung erneuter Beschwerden stets auf ein gutes Muskelkorsett und aufrechte
Körperhaltung geachtet werden.