Die "angewandte Physiologie"
Basiswissenschaften aus der angewandten Physiologie, wie die der Anatomie,
Biomechanik, Chemie, Physik, Physiologie etc. sind für den Aufbau und der Entwicklung von
Grundlagen vieler klinischer Behandlungsuntersuchungen und Behandlungsmethoden in der
Physiotherapie nicht mehr wegzudenken.
Ein Verständnis für die moderne angewandte Physiologie mit ihren Wirkungsmechanismen
bietet die Basis für einige Konzepte in der Physiotherapie und der manuellen Medizin.
Dieses Verständnis dient dazu die Effektivität der Methoden zu verstehen und zu
verbessern.
Einige Wirkungsmechanismen sind z.B. neuroreflektorisch, biochemisch, mechanisch oder
energetisch aber vor allen Dingen auch psychologisch. Ein einfaches Beispiel dazu ist die
biochemische Einwirkung einer Massage. Ein muskulär verspannter Bereich wird besser
durchblutet und die Muskulatur entspannt daraufhin. Ebenso kann die Effektivität passiver
therapeutischer Interventionen, wie die der Elektrotherapie oder des Stangerbades etc.
verstanden werden.
Ein wesentlicher Teil unserer therapeutischen Wirkung beruht darauf, dass der Patient
die Wirkungsmechanismen in ihrem Zusammenhang zu verstehen lernt, sodass er begreift,
dass diese vom Therapeuten gewählte Form der Therapie ihm helfen wird.
Die angewandte Physiologie behandelt folgende Bereiche unserer Stoffwechselvorgänge:
- Herz-Kreislauf-, Blut-, Lymph- und Immunsystem
- Zellphysiologie
- Atemsystem
- Organsystem
- Verdauungstrakt
- Urogenitaltrakt
- Bewegungsapparat
- Zentrales-, Peripheres-, Vegetatives Nervensystem
- Sinnesorgane
- Schmerz- und Leistungsphysiologie
Kenntnisse und Anwendung dieser Basiswissenschaften, in ihrem Zusammenhang, verhelfen
dazu, die Ursache für die Entstehung einer Erkrankung zu begreifen und mit Hilfe der
therapeutischen Einwirkung auf das System einen positiven Einfluss auf die
Pathophysiologie auszuüben.
Damit wird vermieden ausschließlich die Symptomatik eines Patienten zu behandeln.