Spätestens seit wir wissen, welche Risiken der allzu sorglose
Griff zu Schmerz-, Schlaf- oder Abführtabletten in sich birgt, wächst der Wunsch,
Krankheiten und Unpässlichkeiten wieder mit natürlichen Methoden zu behandeln. Einen
besonderen Stellenwert nehmen dabei Techniken ein, die auf Kenntnissen über das
körpereigene Energiesystem aufbauen. Sie stammen vor allem aus der traditionellen
asiatischen Heilkunde. Berühmtestes Beispiel ist die Akupunktur, die sich mittlerweile
auch in der Schulmedizin einen festen Platz erobert hat.
Die chinesische Energielehre lieferte auch die theoretische Grundlage für
ein Behandlungssystem die Akutpunktur.
Der Name Akutpunktur bezeichnet die völlig neue Methode, Akupunkturpunkte miteinander in
Kontakt zu bringen und dadurch die Körperenergie günstig zu beeinflussen.
Die heutige Lebensweise vieler Menschen bringt den Energiehaushalt leicht
aus dem Gleichgewicht. Die Störungen machen sich dann in Muskelverspannungen, Schmerzen,
nervösen Beschwerden und vielen anderen Zivilisationskrankheiten bemerkbar.
Ziel der Akutpunktur-Behandlung ist die Harmonisierung des Energieflusses
in unserem Körper. Damit ist weit mehr gemeint, als etwa das überstrapazierte Wort
"Entspannung" verspricht. Entspannung finden wir auch in einem heißen
Wannenbad, das unserem Körper überschüssige Energie entzieht. Akutpunktur führt die
Energie nicht ab, sondern leitet sie dorthin, wo sie fehlt.
Gesundheit und körperlich-seelisches Wohlbefinden werden damit positiv
beeinflusst.
Yin und Yang
Die chinesische Heilkunde geht davon aus, dass jede Form von Leben zwei Aspekte von
Lebensenergie in sich trägt. Sie bezeichnet diese Aspekte als Yin und Yang. Yin und Yang
ergänzen einander und ziehen einander an. Eines kann ohne das andere nicht existieren.
Das traditionelle Yin-Yang-Symhol zeigt, dass es sich nicht um Gegensätze im Sinne des
europäischen Denkens handelt, denn jeder Aspekt trägt auch einen Teil des jeweils
anderen in sich.
Die Chinesen bezeichnen alles Weibliche als Yin und alles Männliche als Yang. Jeder
Mensch verfügt über beide Aspekte in unterschiedlichen Anteilen. Yin ist kalt, dunkel,
passiv, versteckt. Yang ist warm, hell, aktiv und erscheint eher an der Oberfläche. Erde
und Mond werden als Yin bezeichnet, Himmel und Sonne als Yang. Wasser ist Yin, Feuer ist
Yang.
Die Energien unserer Körperorgane lassen sich ebenfalls in das Yin-Yang-Schema
einordnen. Die Meridiane von Blase, Gallenblase, Magen, Dünndarm, Dickdarm und Dreifachem
Ehrwärmer gelten als Yang. Sie korrespondieren mit Organen, die Nahrung und Sekrete
sammeln und transportieren. Diese Organe stehen mit der Außenwelt in Verbindung. Sie
arbeiten nicht konstant und können sowohl voll als auch leer sein.
Die Meridiane von Nieren, Leber, Milz, Herz, Kreislauf und Lungen sind Yin. Sie
korrespondieren mit Organen, die konstant arbeiten und eher eine interne Körperfunktion
ausüben. Der Gouverneursmeridian koordiniert den Energiefluss aller Yang-Meridiane, der
Konzeptionsmeridian den aller Yin-Meridiane.
Und hier noch einige Hinweise:
- Die Akupunktur ist eine Therapieform und keine Fachrichtung.
- Die Akupunktur hilft bei Störungen und nicht bei Zerstörtem.
- Die Akupunktur bekämpft Ursachen und nicht Symptome.
- Durch die Akupunktur können gleichzeitig mehrere Organe behandelt werden.
- Der Reiz wird vom Organ aufgenommen. Das Organ bestimmt die Dosis, nicht aber der
Behandler.
- Der Behandler kann infolgedessen das Organ nicht manipulieren.
Vorsicht: Durch das Einspritzen der Akupunkturpunkte mit Medikamenten kann es zu Blockaden
kommen.
- Patienten, die vor einen Operation stehen, bekommen vorher einige geeignete
Akupunkturbehandlungen, haben dadurch in der Folgezeit mindestens 50% weniger Schmerzen,
Komplikationen und eine schnellere Heilung. Hierdurch verkürzt sich wesentlich der
Aufenhalt in der Klinik.
- Vor jeder Behandlung und bei einen gleichem Patienten muss der Therapeut eine neue
Diagnose erstellen.
- Der Behandler, der eine seriöse Ausbildung nachweisen kann, benutzt NUR WENIGE Punkte
und hat dadurch bessere, schnellere und dauerhafte Erfolge. Voraussetzung ist eine exakte
Diagnose.
- Die Akupunkturpunkte können gereizt werden durch mehrere Methoden wie z,B. Nadel,
Laser, Most, Schröpfköpfe, Strom, Magnet, Kneifen, Drücken etc.
- Der westliche Mensch reagiert mit weniger Reiz besser im Gegensatz zum Östlichen.
- Die Akupunktur hat keine Nebenwirkungen und ist deshalb besonders geeignet in
Kombination mit anderen Therapieformen.
- Bei Schwangeren sind in der Akupunktur besondere Gesichtspunkte zu beachten.
- Menstruationsprobleme können grundsätzlich vor, während und noch Eintritt behandelt
werden.
- Zur Gewichtsreduzierung und gegen Rauchen ist Akupunktur nicht geeignet.